Trinkwasser ohne Plastikflaschen – auch im Urlaub!

Es ist Sommer und damit endlich Zeit für meinen verdienten Sommerurlaub! Ich mag es im Sommerurlaub entspannt und unkompliziert. Am liebsten fahre ich ans Mittelmeer, gehe schnorcheln und entspanne mich am Strand bei gutem Essen.

Wenn ich spontan einen Aspekt im Urlaub nennen müsste, bei dem viel Müll anfällt, sage ich Trinkwasser. Darum dreht sich der folgende Text. Zero Waste im Urlaub ist zwar im Prinzip das gleiche wie zu Hause  – jedoch kommt es auch darauf an, was für einen Urlaub du planst.

In folgendem Post möchte ich nur einen besonderen Teil von „Urlaub mit Zero Waste“ herausgreifen. Denn bezüglich Leitungswasser haben wir in unseren Urlaubsländern oft andere Verhältnisse als zu Hause.

Warum sollte ich mir um Trinkwasser im Urlaub Gedanken machen?

Kühles, frisches Wasser fließt zu Hause jederzeit aus dem Wasserhahn. In den meisten mediterranen Urlaubsländern auch. Jedoch ist das Wasser nicht überall trinkbar. So kaufen die Touristen wie die Einheimischen Wasser in riesigen Plastikkanistern, in Italien verwendeten wir dieses Wasser sogar schon zum Zähneputzen oder Salatwaschen! Aber auch wenn du das Flaschenwasser nur zum Trinken verwendest, kommt ein beträchtlicher Müllberg zusammen. Dieses Wasser wurde zudem weit transportiert, kostet viel Geld und schmeckt besonders im Süden meiner Erfahrung nach abgestanden und ekelhaft.

Auf Gebirgstouren und beim Campen steht man ebenfalls vor diesem Problem. Du kommst ohne ein Lebensmittelgeschäft in deiner Reichweite nicht drum herum, Wasser aus einem unbekannten Gewässer zu nehmen. Es macht zum Schutz der Gesundheit Sinn, das Wasser zu entkeimen.

Eine Person trinkt rund 2 Liter Wasser am Tag, in einem 7 Tage andauernden Urlaub benötigt jeder mindestens 14 Liter Wasser. Eine vierköpfige Familie verbraucht also etwa 56 Liter Wasser pro Woche (bei kleineren Kindern weniger)! Das durch Plastikflaschen entstehende offensichtliche Müllproblem brauche ich vermutlich nicht weiter auszuführen.

20170817_170222(0).jpg

Wasser aus dem Geschäft ist nicht ästhetisch, macht deinen Einkauf schwerer und kostet viel Geld – ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Umwelt

Es gibt zwar auch andere Getränke, die jedoch nicht gleich gesund sind wie Wasser. Zudem sind die meisten Fruchtsäfte, Limonaden etc. stark verarbeitet und enthalten zu viel Zucker. Sie sind keine optimalen Getränke für jeden Tag. In vielen fernen Ländern sind allgemein Getränke in Glas – nicht nur Wasser – außerdem schwerer zu finden als die Stecknadel im Heuhaufen. Ausgenommen Alkohol. Leider kann man den nicht den ganzen Tag trinken ;).

Diesen Sommer werde ich kein Geld mehr für Flaschenwasser verschwenden und stattdessen das Leitungswasser nutzen. Das Leitungswasser in meiner Urlaubsgegend ist nach einer interaktiven Wasserkarte (für Frankreich) nicht uneingeschränkt von bester Qualität. Ich möchte Leitungswasser aufbereiten.

Wasser entkeimen

Wasseraufbereitungsgeräte erhältst du am besten in Campinggeschäften. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Wasser aufzubereiten, wobei für meine Absichten nicht alle geeignet waren:

Tabletten wie Micropur (Katadyn) müssen meistens eine gewisse Zeit im Wasser liegen, damit sie wirken. Sie kamen aber auch aufgrund der müllreichen Verpackung und der Wirkstoffe nicht in Frage.

Eine weitere Möglichkeit, die ich in Griechenland schon getestet habe, ist das Abkochen von Wasser. Da der Geschmack des Wassers danach immer noch schlecht war, machte ich meistens Tee daraus. Abkochen ist zwar zeit- und energieintensiv, aber zwischendurch schon vertretbar, wenn sich damit Plastikmüll einsparen lässt.

Firmen wie Katadyn bieten auch mechanische Wasserfilter an, die mittels Aktivkohle und verschiedenen anderen Filterschichten das Wasser reinigen und auch geschmacklich verbessern. Wenn man einen langlebigen, qualitativ hochwertigen Filter erwerben will, muss man allerdings bei unterschiedlichen Anbietern einiges hinlegen: Ein Produkt mit etwa 20-jähriger Lebensdauer (Katadyn Pocket) ist online erst für €345,00 zu haben [1]. Im Campinggeschäft fand ich auch einen Filter, der preislich noch unter 100 Euro lag, jedoch insgesamt nur 1.100 Liter Wasser filtern konnte und danach nicht mehr zu gebrauchen sei (lt. Aussage der Verkäuferin). Das war mir zu wenig nachhaltig. Wenn es möglich ist, Wasserfilter zu bauen, die 20 Jahr halten, wieso sollte man dann einen bauen, der schon nach 3 Jahren täglicher Anwendung hin ist?

Wasserfilter dieser Art werden oft von Campern und auf längeren Wandertouren genutzt. Da ich in diesem Urlaub vorwiegend klares Leitungswasser filtern möchte, schaute ich mich noch weiter um nach anderen Möglichkeiten.

UV-Wasserentkeimer verbrauchen nicht viel Platz und halten lange. Besonders bei nur gelegentlicher Anwendung und wenn das Wasser frei von Schwebstoffen ist, funktionieren sie einfach und bequem. Das Wasser wird dabei, genau wie im kommunalen Bereich, mit UV-Licht bestrahlt, welches Bakterien, Mikroorganismen und andere, im Trinkwasser unerwünschte Krankheiterreger abtötet. Trübes Wasser sollte man vorfiltern.  Die UV-Wasserentkeimer benötigen allerdings Strom, den manche Modelle aus Batterien beziehen. Ich suchte mir jedoch einen Entkeimer, der sich an der Steckdose aufladen lässt, um Müll und Folgekosten für Batterien zu sparen.

20170825_155308

UV-Wasserentkeimer – soeben gekauft

Mein UV-Entkeimer reicht für bis zu 2500 Liter und er benötigt etwas länger als eine Minute, um einen Liter Wasser zu säubern. Er ist gerade mal 15 cm lang und dadurch handlich klein. Der einzige Minuspunkt daran ist für mich vorerst der Herstellungsort (China). Diesen weiten Transport und intransparente Herstellungsbedingungen hätte ich gerne vermieden, jedoch waren die schmalere Verpackung und die batterielose Funktionsweise wieder ein Pluspunkt für mich.

Welche Methode zur Wasserentkeimung eignet sich für mich am besten?

Menschen, die viel in der freien Natur unterwegs sind und damit rechnen müssen, beim Wandern, Campen und Biken auf trübe Gewässer zu stoßen, werden mit einem mechanischen Filter vermutlich glücklicher als mit einem UV-Entkeimer, da sie so gleich die Schwebstoffe mit abfiltern können.Außerdem können Aktivkohleschichten im mechanischen Filter zu einem verbesserten Geschmack beitragen, den man allein durch Abkochen oder mit dem UV-Entkeimer nicht erreicht.

Edit vom 25.03.2018: Daher werde ich mir für mein anstehendes Auslandssemester in Thailand auch einen mechanischen Wasserfilter zulegen!

Wie gut der Entkeimer nun wirklich funktioniert, werde ich in der kommenden Woche ausprobieren und davon berichten. Bis dahin wünsche ich auch allen anderen, die noch in den Urlaub fahren, eine gute Reise!

Wo fährst du und wie ist die Wasserqualität dort? Welche Filtermethode verwendest du, falls nötig? Über einen Kommentar freue ich mich sehr!

[1] https://www.katadyn.com/de/de/89-2010000-katadyn-pocket

Ein Kommentar

  1. Da ich hauptsächlich in den österreichischen Bergen und Skandinavien unterwegs bin, verwende ich überhaupt keinen Filter. Die Wasserqualität sollte dort, egal ob aus einem Bach oder Brunnen, gut sein. Mein Vater schwört auf einen Schluck Schnaps zur Reinigung nach Bachwasser. Für diese Regionen reicht es.
    Schönen Urlaub!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s