Meine Erfahrungen mit Leitungswasser im Urlaub

Soeben bin ich von Sonne, Fels und Meer zurückgekehrt: Am liebsten wäre ich noch länger im Süden Frankreichs geblieben. Meine Erfahrungen beziehen sich folglich auf diese Region (Provence-Alpes Cote d’Azur). Die Verwendung des UV-Geräts war im Großen und Ganzen erfolgreich: Die im unteren Bild ersichtlichen Regale konnte ich umgehen.

Wasserregale outcut

Adieu pour tojours! – Auf Nimmerwiedersehen!

Dennoch gab es einige Erfahrungen, die ich euch mitteilen möchte. Vorweg gilt: Die Wasserentkeimung ist sicher. Ich habe mir in diesem Urlaub keine Krankheiten geholt und weiß, dass ich auf den Entkeimer zählen kann, wenn ich mal wieder an einer unsicheren Wasserleitung bzw. Wasserquelle stehe.

Manchmal trank ich auch Leitungswasser ohne vorige Entkeimung: Es passierte nichts. In diesem Urlaub hätte ich vermutlich auch ohne Wasserdesinfektion überleben können. Der Süden Frankreichs ist nicht als besonders gefährliche Leitungswasserregion bekannt.

Ob du Leitungswasser unbehandelt trinken kannst, kommt wirklich auf deine Region und deinen Gesundheitszustand an. Ich würde es nicht dir nicht überall und in jeder Situation empfehlen, unbehandeltes Wasser direkt aus der Leitung zu trinken.

1.Vorsicht bei Chlor im Wasser

Wasser gls

Man sieht Leitungswasser den Chlorgehalt nicht an – aber man riecht und schmeckt ihn

Das Wasser in meinem Urlaubsort schmeckt direkt aus der Leitung fürchterlich nach Chlor. Daran ändert auch die Behandlung mit einem UV-Entkeimer nichts.

So ließ ich das Wasser offen über Nacht stehen und entkeimte es danach. Danach schmeckte das Wasser besser.

Durch Kochen lässt sich Chlor auch nicht entfernen, zumindest blieb der Geschmack „nach Swimmingpool“ auch danach bestehen (Griechenland).

Ein mechanischer Filter mit Aktivkohle entfernt Chlor schneller[1] und ist eine gute Wahl, wenn du es oft mit gechlortem Wasser zu tun hast.

 

2.Nimm genug Trinkflaschen mit bei Chlor im Wasser

Unterwegs ist es dann nicht so einfach, aufzufüllen und zu entkeimen, denn du müsstest das Wasser erst mal wieder eine gewisse Zeit stehen lassen, um den Chlorgeruch zu entfernen. Daher empfehle ich, ausreichend Wasser mit auf Tagesausflüge zu nehmen oder es gleich mit einem mechanischen Wasserfilter zu versuchen. Denn Modelle, die mit Kohle filtern, können auch unerwünschte Geschmacks- und Schadstoffe aus dem Wasser entfernen!

3.Flaschenpfand – c’est quoi?

Zuhause kaufe ich sehr selten eine Glasmehrwegflasche Mineralwasser mit Kohlensäure, weil ich das prickelnde mag bzw. es für alkoholische Mischgetränke wie „Hugo“ benötige. Meinen Konsum an Mineralwasser konnte ich problemlos reduzieren, sodass ich nicht mehr oft zum Getränkemarkt fahre.

Wer in Österreich oder Deutschland Getränke kauft, sei es nun Mineralwasser, Apfelsaft oder Limonaden, hat zumindest in gutsortierten Getränkemärkten meist die Wahl zwischen Pfandflaschen oder Einwegflaschen. Wann immer ich Getränke z.B. für eine Party benötige, kaufe ich alles, was geht, in Mehrwegflaschen. Die haben einen wesentlich geringeren Energieaufwand in der Produktion, schonen Ressourcen und sparen Müll. Pfand ist Trumpf!

Pfand – in Südfrankreich kennt man dieses Wort nur aus dem Wörterbuch (leider ist das auch in sehr vielen anderen Ländern z.B. Schweiz so). In den Geschäften meines Urlaubsorts findet man nicht eine einzige Pfandglasflasche mit prickelndem Wasser.  In Restaurants gibt es sie zwar – zu einem horrenden Preis von 5,50€ pro Literflasche. Ansonsten kann man von Glück sagen, wenn alkoholische Getränke, Fruchtsaft oder Fruchtnektar in der Glasflasche verfügbar sind. Die ist dann aber nicht Mehrweg und somit mit einem immensen Energieaufwand verbunden, zumal das Mülltrennen sich ebenfalls als schwierig gestaltete. Getrennt wird nicht überall und nicht nach denselben strikten Richtlinien wie in meiner Gegend zu Hause.

Siegel

links: das deutsche Zeichen für Mehrwegflaschen                                                                                       rechts: in Frankreich findet man lediglich den Hinweis, die Flaschen ins Recycling zu geben. Ein Pfandsystem fehlt hier

Unser Pfandsystem ist eine klug erdachte Einrichtung, die in meiner Urlaubsregion und den meisten anderen Mittelmeerländern leider noch nicht Einzug gefunden hat. Dennoch empfehle ich: Geh auch mit Pfandflaschen zu Hause sparsam um. Auch sie müssen in das Geschäft transportiert, nach Hause transportiert, wieder ins Geschäft und zum Erzeuger transportiert, gereinigt und befüllt werden. Ein großer Aufwand, den man mit dem Trinken von Leitungswasser leicht verringern kann.

Ich versuche, auf prickelndes Mineralwasser und andere Getränke in Einwegverpackungen auch im Urlaub zu verzichten. Das klappt sehr gut, da ich auch  fast ausschließlich Leitungswasser und Tee trinke. Falls ich bzw. ein Familienmitglied doch einmal etwas anderes möchte, kaufen wir Glasflaschen und nutzen sie zu Hause weiter. Ich verwende sie zum Beispiel als Trinkflasche auf dem Tisch anstelle eines Wasserkruges oder um Sirup darin aufzubewahren. Auch kaufe ich offenen Essig oder Öl im Unverpacktladen gerne damit ein.

 

4.Denk auch im Restaurant an Müllvermeidung bei den Getränken

Was bei uns nur in Imbissbuden und bei McDonalds vorkommt, ist im Süden vielerorts Usus: Plastikflaschen oder Getränkedosen werden an deinen Tisch serviert. Ich bestelle aus diesem Grund meist nichts zu trinken (ausgenommen Wein), wenn doch, frage ich, in welcher Verpackung sich das Getränk befand. Zudem bestelle ich jedes Getränk mit dem Zusatz „Bitte ohne Strohhalm!“

Leitungswasser erhältst du in der Regel auch auf Nachfrage nicht. Mineralwasser in Glasflaschen vermeide ich wegen des hohen Preises (5,50€ vor Ort ist für mich Abzocke). Das schlägt sich auch in der Restaurantrechnung nieder, die so um rund 2 bis 7€ (je nach Getränken) pro Person billiger ausfällt und bares Geld spart, dass ich an anderen Stellen besser einsetzen kann!

Das waren soweit meine Erfahrungen aus der Reise. Wenn du sie aufnimmst und für dich verwendest bzw. weiterentwickelst, kannst du noch mehr Geld, Ärger und Müll einsparen und mit einem guten Gewissen deinen Urlaub genießen!

Das führt zu einer WIN-WIN Situation: Du sparst dir Geld und du ersparst der Umwelt Ressourcen und Verschmutzung.

Das gibt Vorteile für alle – außer für die Wasserkonzerne. Du möchtest mehr über sie erfahren? Mein nächster Artikel folgt!

Erzähl auch von deinen Erfahrungen mit Wasserfiltern bzw. der Wasserversorgung in deinem Urlaubsort! Über deinen Kommentar freue ich mich sehr!

[1] https://wasserhelden.net/ratgeber/produkte/chlor-filtern/

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