Weihnachtskekse! 3 leckere und einfache Zero Waste Rezepte

Der Schnee fällt draußen in dichten, weißen Flocken, während innen der warme Holzofen brennt. Und neben dem Adventskranz steht ein Teller voller frischgebackener Kekse. So sieht für mich ein gemütlicher Nachmittag an einem Adventswochenende aus.

In Wahrheit regnet es draußen gerade fürchterlich und mich erfasst beim Gedanken an die nächsten 3 Tage (bis zur letzten dezentralen Prüfung vor Weihnachten) eher vorweihnachtlicher Stress als idyllische Adventsstimmung. Doch selbstgebackene Weihnachtskekse helfen immer! Sie tragen zu einer weihnachtlicheren Stimmung bei. Nicht nur an Adventssonntagen ist in unserer Familie der Teller Kekse auf dem Wohnzimmertisch immer ein wunderbarer Anreiz für alle, herbeizukommen, Karten zu spielen und Weihnachtslieder zu singen.

Keine Frage: Kekse gehören für mich zu Weihnachten wie die Stofftasche zu Zero Waste!

Daher kommt auch die Idee zu diesem Artikel: Hier möchte ich zeigen, wie man speziell Weihnachtskekse und Zero Waste verbinden kann! Dazu passend stelle ich eine Liste von 3 ausgewählten Kekssorten zusammen, die sich leicht backen lassen und lecker schmecken.

Herausforderungen beim Weihnachtskekse backen ohne Abfall

Ich backe stets ohne Backpapier und Papiermuffinförmchen. Dazu pinsle ich das Backblech einfach mit wenig Öl aus und bestäube es rundherum mit Mehl. Der Verzicht auf Backpapier ist lediglich bei manchen sehr empfindlichen Keksen z.B. auf Eischneebasis nicht ganz leicht. Hier könnten Oblaten als Unterlage (wenn du sie verpackungsfrei erhältst) bzw. die Verwendung einer Dauerbackmatte eine Alternative sein.

Der klassische Mürbteig besteht aus Eiern, Mehl, Zucker und Butter. Eier, Mehl und Zucker Zero Waste einzukaufen ist kein Problem. Aber Butter? Die gibt es weder in Großmengen noch kann man sie in jedem Unverpackt-Laden erwerben. Bisher konnte ich Butter stets nur verpackt finden. Und nach Angaben von „keinplastikfürdietonne“ besteht die Butterverpackung beispielsweise aus Aluminium und Papier als Hauptbestandteile und Lack auf Kunststoffbasis[1]. Somit muss die Butterverpackungsfolie in der Regel in den Restmüll[2]. Butter, die mit Ölen gemischt ist bzw. Margarine befindet sich zudem in Kunststoffschalen, was den Müllberg wiederum vergrößert.

Was konnte ich also tun? Auf verschiedenen Webseiten habe ich bereits von der Möglichkeit gelesen, aus Sahne Butter zu machen. Jedoch benötigt man für einen 250g Butterwürfel 1kg (!) Sahne. Bei einem Preis von rund 2€ pro 250g Sahne (Demeter-Bio) kostet ein 250g Butterwürfel damit 8€! Für mich war das Selbermachen von Butter folglich zu teuer und zu aufwändig.

Pflanzliches Öl hingegen kann ich mir im Unverpacktladen abfüllen lassen oder bei meiner Foodcoop bestellen. So verwende ich dafür immer dieselben Glasflaschen und vermeide damit viel Abfall und Transportwege.

Beim Kuchenbacken ersetzen 80g Öl 100g Butter. Wie funktioniert das bei Keksen? Das ist je nach Rezept unterschiedlich. Mir gelang es bisher noch nicht, einen perfekten Mürbteig ohne Butter herzustellen – aber ich werde meine Rezepte weiterhin anpassen und optimieren. Mit den unten folgenden 3 Rezepten bist du auf der sicheren Seite, wenn du einige unkompliziert zu backende, leckere und gesunde Kekse auf deinem Weihnachtsteller haben möchtest!

Tipps & Tricks für unkompliziertes Backen

Geschmacklich ist es zu empfehlen, Back- bzw. Bratöl (wähle am besten bei dir heimische Ölsorten wie Sonnenblumenöl, Distelöl oder Rapsöl) mit neutralem Geschmack für Kekse zu verwenden, da natives, kaltgepresstes Öl den Geschmack der Kekse zu stark dominieren würde. Ich bevorzuge dabei Öl aus in Europa kontrolliert biologisch angebauten Ölsaaten. Meist verwende ich zum Backen Rapsöl, aber auch Distelöl, Sonnenblumenöl oder eine Mischung aus verschiedenen geschmacksneutralen Ölen ist möglich. Allerdings liebe ich es, dieses geschmacksneutrale Bratöl mit etwas nativem Öl zu mischen, um den Keksen „das gewisse Etwas“ zu geben. Das schafft unendlich viele Möglichkeiten für neue Geschmackserfahrungen. So kann man zum Beispiel mit etwas mildem, zitronigen Olivenöl in den Zitronigen Sandhäufchen (siehe unten) Akzente setzen.

Einige Keksrezepte kommen aber auch komplett ohne Fett bzw. Öl aus. In der letzten Woche möchte ich noch mehr Keksrezepte hier vorstellen. Probiere sie einfach aus und genieße!

Übrigens: Vorheizen ist für folgende Keksrezepte meiner Erfahrung nach nicht nötig.  Zudem nutze ich auch die Nachwärme, d.h. schalte den Ofen einige Minuten vor Ende der Backzeit aus oder backe verschiedene Kekssorten hintereinander, um den Backofen gut auszulasten und Energie zu sparen.

Egal, ob du mit oder ohne Vorheizen arbeitest: Ich notiere mir beim ersten Backversuch stets die Zeit, die mein Ofen benötigt, um die Kekse durchzubacken. Oft weicht sie von der angegebenen Zeit in vergleichbaren Rezepten ab, denn jeder Ofen ist anders. Mein Backofen, der schon etwas älter ist, benötigt mehr Zeit, um eine gewisse Temperatur zu erreichen.

Meine Top 3 Weihnachtskeksrezepte

Diese Rezepte sind zuckerreduziert, um die anderen Zutaten besser zur Geltung kommen zu lassen. Wer besonders süße Kekse mag, schmeckt einfach den Teig ab und gibt nach Belieben mehr Zucker bzw. andere Süßungsmittel dazu!

Kernige Mandeltaler

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Dieses Rezept entstand aus einem meiner ersten Versuche, in einem Mürbteigrezept Öl durch Butter zu ersetzen. Das klappte, allerdings war die Konsistenz des Teigs etwas zu krümelig zum Ausrollen. Deswegen habe ich keine Formen ausgestochen, sondern diese runden Mandeltaler daraus gemacht!

Vegan möglich

  • 350 g Mehl (ich habe 150 g Vollkorn und 200 g weißes Dinkelmehl gemischt)
  • 200 g Öl (davon z.B. 40 g natives Rapsöl)
  • 150 g Rohrohrzucker
  • 3 EL Apfelmus oder 1 Ei
  • 80 g geriebene Mandeln
  • 20 g etwas grober gehackte Mandeln
  • Saft einer kleinen Zitrone

Zitrone auspressen und alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Aus dem Teig mit der Hand kleine Kugeln formen und etwas flach drücken. Lege diese Kugeln auf ein vorbereitetes (gefettetes und bemehltes Backblech) und backe die Kekse bei 180° rund 12 Minuten.

Zitronige Sandkekse

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Für den Teig:

  • 100g Öl
  • 70 g Zucker
  • 2 Eier
  • 130 g Mehl
  • 130 g Speisestärke
  • 1 Teelöffel Natron
  • 2 EL Zitronensaft

Für den Guss:

  • 100 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft
  • Abgeriebene Schale von 1 Zitrone

Zuerst Öl, Zucker und Eier schaumig rühren, dann alle anderen Zutaten für den Teig dazugeben und den Teig kneten. Forme nun walnussgroße Kugeln und drücke mit dem Holzstiel des Kochlöffels eine kleine Vertiefung in die Mitte. Bei 200° backen diese Plätzchen rund 15 Minuten.

Mische für den Guss Puderzucker und Zitronensaft. Nach dem Abkühlen auf dem Kuchengitter füllst du die Vertiefungen der Kugeln mit Puderzuckerguss und gibst auf jede Kugel einige Zitronenzesten.

Variante: Schaffe farblichen Kontrast mit einigen Spritzern schwarzer Schokolade auf diesen hellen Keksen!

Knusprige Nusshäufchen

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Vegan möglich

Dieses Rezept kannst du in unendlich viele Richtungen abwandeln, z.B. durch das Austauschen von Nusssorten oder durch die Zugabe von Rosinen.

  • 100 g Haferflocken
  • 200ml heißes Wasser
  • 70 g Haselnüsse
  • 70 g Mandeln
  • 30 g Kürbiskerne
  • 2 EL Zitronensaft
  • Prise Zimt, Salz
  • Schale einer Zitrone
  • 70 ml Ahornsirup
  • Oblaten

Zuerst Haferflocken in heißem Wasser einweichen, dann die ganzen Mandeln, Haselnüsse und Kürbiskerne grob hacken. Nun kannst du alles mischen und die Masse auf kleine Oblaten setzen. Alternativ kannst du auch das Blech fetten, bemehlen und kleine Nusshäufchen direkt darauf setzen. Die Kekse backen bei 150° rund 30 Minuten.

Das waren meine Top 3 der einfach zuzubereitenden Zero Waste Weihnachtskekssorten. Welche Kekse backst du am liebsten? Ich würde mich freuen, wenn du deine Favoriten hier teilst!

Nächster Beitrag: Am Donnerstag fahre ich zum #reducefoodwaste Blogger Award 2017 nach Wien! Von diesem Event möchte ich euch in meinem nächsten Beitrag erzählen.

Zudem lässt mich das in diesem Beitrag angeschnittene Thema „Butter“ nicht mehr los: Butter erzeugt nicht nur Müll, sondern soll zudem eines der CO2 intensivsten Lebensmittel sein. Was ist da dran und welche alternativen Öle und Fette gibt es? Ich möchte in folgenden Beiträgen auch über verschiedene Pflanzenfette und Palmfett im Besonderen sprechen.

Außerdem im Plan: Top 10 Geschenke und Vertiefung nachhaltige Konsumwahl

Quellen:

[1] https://keinplastikfuerdietonne.wordpress.com/2014/02/11/butter-joghurt-sahne-und-milch/

[2] http://www.air-abc.at/de/abfall/restmuell/butter-verpackungsfolien-rein/entsorgung/

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