#reducefoodwaste Blogger Award 2017: Inhalte, Ziele und Ausblick

Gewinner des Awards: Die fettgedruckten Namen sind die Personen auf dem Beitragsbild von Links nach recht. Annemarie Miesbauer (Ein Jahr im Glas), Helena Škrdlíková, Jana Karasová, Michaela Gajdošová,  (Czech Zero Waste), Dorota Czopyk (EkoEksperymenty), Iris Gruber (Institut für Bodenkultur) und ich.

Spät, aber doch: Wie versprochen, folgt hier ein Beitrag zum #reducefoodwaste Blogger Meeting 2017. Mit meinem Beitrag „Don’t go bananas. Go for 0kg/min“ habe ich am #reducefoodwaste Blogger Award teilgenommen und habe mich sehr gefreut, dass ich als eine der Gewinnerinnen zum Blogger Meeting eingeladen wurden.
Im Januar sind die Beiträge etwas rar gesät, das hat den Grund, dass ich in diesem Monat noch 5 Prüfungen an der Uni zu schreiben habe. Danach gibt es wieder regelmäßigere Posts und natürlich die Umsetzung der Ziele für 2018!
Jetzt aber zum Award.

Warum solltest du diesen Artikel lesen?

Der Artikel möchte einen kurzen Überblick über einen Tag voller Informationen, spannender Gespräche und interessanten Einsichten geben. Du erhältst hier Einsicht in unser Treffen aus allen möglichen Perspektiven: Von unternehmerischer, wissenschaftlicher, NGO, Konsumenten und Bloggerseite. Zudem siehst du hier Inhalte, die sonst nur auf Englisch verfügbar sind.

Einbettung des #reducefoodwaste Awards: STREFOWA

reducefoodwaste-eu

reducefoodwaste – Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermeiden

Die Verleihung des Awards findet im Rahmen des Interreg-Projekts „STREFOWA“ statt. Interreg Europe hat das Ziel, regionalen und lokalen Regierungen bei der Verbreitung und Umsetzung von Ideen und Strategien zu helfen . So werden Projekte in den Bereichen „Forschung und Innovation“, „Wettbewerbsfähigkeit von KMUs“, „Low-carbon economy (CO2-Reduktion)“, und „Umwelt & Ressourceneffizienz“ unterstützt .
STREFOWA steht für Strategies to Reduce Foodwaste. Die Staaten Italien, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn nehmen am Projekt teil .Das Ziel ist die Reduktion von Lebensmittelverschwendung in Mitteleuropa. Das soll durch verschiedene Strategien und durch das Vernetzen der einzelnen Stakeholder geschehen. Im Moment probiert die Organisation verschiedene Pilotprojekte aus, unter anderem Informationskampagnen („Awareness-Raising“), das Spenden von Nahrungsmitteln, Optimierung der separaten Sammlung von „Biomüll“ . Beispielsweise organisierte die STREFOWA bereits Foodwaste Hackathons in allen teilnehmenden Ländern. Die Erkenntnisse aus diesen Pilotprojekten werden auf der Website veröffentlicht. STREFOWA möchte mit diesem Award auch das Potential von Bloggern, Menschen einen anderen Blick auf Food Waste zu geben, würdigen.

#reducefoodwaste Blogger Meeting Treffen: Unser Programm

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Da Teilnehmer/innen aus verschiedensten europäischen Nationen teilnahmen, waren die Präsentationen auf Englisch. Den Auftakt machte ein Vortrag über Mythen und Fakten zum Thema Lebensmittelverschwendung. Gudrun Obersteiner ging hier auf die gesamte Wertschöpfungskette ein und sprach die Lebensmittelverluste auf jeder Stufe an.
Obwohl ich vieles schon einmal gehört habe, wurde mir dadurch vor allem bewusst, dass Lebensmittelverschwendung bereits auf den Äckern der Bauern und vor dem Eintreffen der Ware in den Supermarkt beginnt. Und Forscher wissen noch kaum etwas über die Mengen, die dort verloren gehen! Nach den Fakten drehte sich die Präsentation um Lösungsansätze und um STREFOWA (siehe oben).
Nun folgten praktische Ansätze, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren: Cornelia Diesenreiter stellt ihr Unternehmen „Unverschwendet“ vor . Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensmittelverschwendung gleich am Acker zu stoppen und fertigt aus „zu reifen“ Tomaten, „zu kleinen“ Gurken oder „zu knolligen“ Sellerienknollen leckere Marmeladen, Chutneys und weitere Spezialitäten im Glas an.
Mit markta stellte Theresa Imre ihre Plattform vor, die Produzenten und Konsumenten direkt online verbindet. Sie funktioniert nach dem Prinzip des Wochenmarkts, nur digital!
Die nächsten Vorträge sprachen das zweite Thema an, dem sich das heutige Bloggermeeting widmet: Die Kooperation von Bloggern mit NGOs, über die uns Helene Glatter-Götz vom WWF erzählte. Für NGOs birgt die Zusammenarbeit mit Bloggern und Vloggern neue Chancen und so erfuhren wir von bisherigen Zusammenarbeiten: #ViveAmazonia mit Simon Unge & DECHangeman) und #SaveSelous mit Kelly MissesVlog & Jodie Calussi.
Danach gab die NGO ihre Pläne für 2018 bekannt. Neben der Earth Hour am 24.03.2018 wird im Frühling 2018 auch ein Food Waste Day stattfinden.
Helene Pattermann von Zero Waste Austria spricht im letzten Vortrag dieses Vormittags über Strategien, Zero Food Waste trendiger zu machen und in unserer Gesellschaft zu verankern. Die Gründe, weshalb Menschen Zero Waste leben, sind andere als die Gründe, keine Nahrungsmittel zu verschwenden. Gerade bei Zero Waste oder Plastikvermeidung geht es vielen Menschen um die eigene Gesundheit, während bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung gespartes Geld im Vordergrund steht. Die Erkenntnis, dass Zero Food Waste Spaß macht, kreativ ist und Freude bereitet , kann dazu beitragen, die Gewohnheiten zu ändern!
Nachmittags durften sich die Gewinner des Awards vorstellen.
Danach bearbeiteten wir in Diskussionsrunden verschiedene Fragen.
Die genauen Resultate findet ihr hier auf Englisch.
Da nicht alle Teilnehmer aktiv bloggten, diskutierte ein Teil der Teilnehmer über Fragen aus der Konsumentenperspektive und die anderen aus der Bloggerperspektive.
In den folgenden Absätzen gebe ich eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse auf Deutsch.

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Fragen an die Konsumenten:

1.Welche Aspekte der Reduktion von Food Waste (Lebensmittelverschwendung) sind für euch besonders schwer zu realisieren?
Umgang mit Überresten von Mahlzeiten
Lagerung von Lebensmitteln: ausreichend Informationen sind eigentlich vorhanden, bereitet trotzdem noch Schwierigkeiten
Zudem Verpackung; Verführung durch zu große Größen bzw. Kauf 2 Zahl 1; zu wenige Ideen, wie man alte Nahrungsmittel oder ungewöhnliches Obst und Gemüse verwenden kann; Netzwerk zur Reduktion von Nahrungsmittelverschwendung ist noch kaum ausgebaut (Food Sharing, Containering); unerwartete Änderungen im Tagesablauf
 Gerade Blogs bzw. Posts zum Thema auf weiteren Social Media Plattformen können den Konsumenten gerade mit der Verwertung von Überresten bzw. „alten“ Nahrungsmitteln helfen. Das wird auch in meine diesjährige Jahresstrategie einfließen.
2.Welche Methoden, um Food Waste zu vermeiden, sollten stärker kommuniziert werden?
Vor allem das Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verbrauchsdatum wurden hier angesprochen. Zudem fehlt den Konsumenten oft der Überblick über die verschiedenen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung. Auch die korrekte Lagerung von Lebensmitteln wurde hier wieder genannt.
 Zero Waste einkaufen kann eine geeignete Strategie sein, mehr Food Waste zu vermeiden. Das hat mehrere Gründe: Lebensmittel aus dem Unverpacktladen tragen kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Durch bewussteren Kauf von kleineren Mengen wird zudem Food Waste eingespart. Außerdem kauft man nur das, was man wirklich braucht und kann sich die exakt benötigte Menge abfüllen.
 Auch ich habe das Gefühl, dass es sehr viele Initiativen gibt und dass in diesem Bereich eine große Unübersichtlichkeit herrscht. Gerade wegen der Vielgestaltigkeit und Verteiltheit der Initiativen wäre es wünschenswert, alle an einem Ort aufzulisten.
Wie könnte Food Waste Vermeidung in den sozialen Medien kommuniziert werden?
Durch Videos, die nicht länger als 1-2 Minuten sein sollten, außerdem durch Fotos und Infografiken.
 Es zeigt sich, dass Konsumenten vor allem kurze und schnelle Informationen erhalten wollen. Gerade Soziale Medien, die mit Bildern und Videos arbeiten, werden immer populärer und sind mögliche Kanäle, die Konsumenten besser zu erreichen.

reducefoodwaste-discussion

Angeregte Diskussionen und viele Ideen am Nachmittag

Fragen an die Blogger:

1.Welche Risiken und Chancen kann die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und NGOs bieten?
Als Chancen wurden unter anderem genannt: Ausbauen des Netzwerks, Weitere Reichweiten für beide Seiten, Blogger und NGO erreichen unterschiedliche Menschen und so wird das Publikum für beide vielfältiger
Bei den Risiken stand an erster Stelle ein möglicher Verlust von Glaubwürdigkeit für den Blogger, zudem sind Blogger besorgt, möglicherweise als Instrument für Spendensammlungen (Fundraising) dienen.
 Die Chancen überwiegen die Risiken: An passender Stelle mit einer NGO zu kooperieren, kann für beide Seiten vorteilhaft sein. Wichtig ist, dass das Thema wirklich zum Blog passt und von beiden Seiten gut umgesetzt wird.
2.Wie können Blogger auf einem internationalen Level kooperieren, um gemeinsam für weniger Food Waste zu arbeiten?
Auf 3 Ebenen wäre mehr Kooperation der Blogger untereinander wünschenswert:
Networking: Neben den existierenden Social Media Plattformen und Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben, wurden auch Events genannt.
Kooperation bzgl. Contents teilen, Informationsaustausch: Blogger Parade (wie diese hier LINK), Content teilen
Informationsaustausch: geführte Touren Zero Waste/Food Waste, bessere Verbindung zwischen allen Zero Waste Organisationen (Zero Waste World), monatlicher Newsletter mit Information, die jeder teilen kann

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Ideensammlung zu Frage 2

3. Welche Lösungen könnte es für die genannten Probleme der Konsumenten (Frage 2) geben?
1.Mindesthaltbarkeitsdaten: bereits existierenden Content teilen, Workshops (ob Essen noch gut ist, kann man mit Sinnen erkennen)
2.Überblick über Initiativen: Landkarte könnte besonders helfen. Bloogger können mit lokalen Initiativen bzw. Unternehmen in Kontakt treten und darüber berichten, um ihnen zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.
=> Mit dem geplanten Kalender möchte ich auch einen Teil dazu beitragen, Events zum Thema Waste, Food Waste, Zero Waste bekannt zu machen und alle Events auf einem Blick darzustellen.
3.Korrekte Lagerung: Die Information ist bereits da, unsere Herausforderung ist es, sie den Konsumenten zugänglich machen bzw. zu erreichen, dass sie unseren Content wirklich lesen/anschauen.
Leicht verständliche Infografiken, Lagerung populärer machen z.B. Videotour durch Küche und Keller
Mit diesen Fragen ging der Nachmittag auch schon zu Ende.
Einen gemütlichen Ausgang fand das Bloggertreffen schließlich auf einem Christkindlmarkt mit Bio-Uhudler (siehe unten).

Das Bloggertreffen war für mich eine spannende Erfahrung, auf der viele interessante Ideen ausgetauscht und geteilt wurden. Auch der Möglichkeit einer Kooperation mit einer NGO stehe ich offen gegenüber. Nun liegt es an uns, die Ergebnisse dieses Treffens zu verarbeiten und für weitere Projekte zu nutzen.
Ich bedanke mich daher bei allen Organisatoren und Projektpartnern für die Organisation und freue mich auf ein Wiedersehen!

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