„Bitte ohne Strohhalm!“

3 einfache Worte für eine abfallfreiere Welt

Auf diesem Beitragsbild siehst du einen Hugo (einer meiner Lieblingscocktails). Es ist ein herrlich erfrischendes Getränk aus Prosecco, Holundersirup, Eiswürfeln und Minze. Gibt es dem noch etwas hinzuzufügen?

Der eine oder andere würde vielleicht antworten: Ja. Der Strohhalm fehlt!

Ich habe ihn bewusst abbestellt: Denn Strohhalme verdienen ihren Namen heute nicht mehr, denn es sind ja keine Halme aus Stroh, sondern Röhrchen aus Plastik. Wieso sollte ich daraus trinken? Deswegen sage ich immer: Bitte ohne Strohhalm!

#strawssuck

Bitte ohne Strohhalm! Genau darum soll es heute in diesem Artikel gehen. Denn morgen, am 3. Februar 2018, findet der jährliche Straw-Free Day (Strohhalmfreier Tag) statt.

Warum solltest du auf Plastikstrohhalme verzichten?

„Es dauert 5 Sekunden, es zu produzieren, 5 Minuten, es zu nutzen und etwa 500 Jahre, es wieder abzubauen.“[1]

Damit ist schon alles zur Strohhalmnutzung gesagt. Der enorme Einfluss auf die Umwelt, der hinter den kleinen schwarzen oder bunten Plastikröhrchen steckt, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Viele Leute rühren ihren Cocktail einmal um und legen den Strohhalm dann beiseite. Weggeworfen wird er trotzdem. Allein 40 Milliarden Mal im Jahr in Deutschland[2].

bitte ohne strohhalm.jpg

Die Cocktails sehen wirklich lecker aus. Doch zum schwarzen Plastikstrohhalm gibt es Alternativen (siehe unten)!

Strohhalme sind zwar mengenmäßig nicht die größte Müllquelle. Doch sie sind mit eine der überflüssigsten Abfallsorten! Es tut niemandem weh, auf Einwegstrohhalme zu verzichten.

Wer doch welche braucht, hat eine reiche Auswahl an Alternativen aus Bambus, Glas oder Edelstahl. Und sogar Strohhalme, die ihrem Namen wirklich gerecht werden, sind für Privatverbraucher und Gastronomen am freien Markt verfügbar[3]. Sie bestehen aus einem Abfallprodukt der Roggenernte. Ich finde, alle Alternativen sehen toll aus – leider habe ich sie bisher noch nie in einer Bar oder in einem Restaurant entdeckt.

Zuhause trinke ich alle Getränke ohne Strohhalm. Wenn ich ins Restaurant oder in den Club gehe, bestelle ich ebenfalls immer mit „Bitte ohne Strohhalm“. Anfangs habe ich mir dabei recht schwer getan, es oft vergessen und mich hinterher richtig geärgert. Es kann helfen, wenn du dich anfangs von deinem Handy erinnern lässt. Bei der Bestellung wundern sich die Kellner mitunter über den „Sonderwunsch“. Meistens bringen sie aber das Getränk wie bestellt. Manche ignorieren bzw. vergessen es jedoch einfach und stecken den Strohhalm dennoch ins Glas. Ich mache sie darauf aufmerksam und dann gibt’s eben dieses Mal kein Trinkgeld.

M.E. könnten wir viel Müll vermeiden, wenn Restaurants pauschal alle Getränke ohne Strohhalm bzw. mit wiederverwendbaren Strohhalmen servieren!

So entsteht eine WIN-WIN-WIN-Situation: Du kannst dein Getränk ohne Plastikstrohhalm genießen, das Restaurant spart Geld und gemeinsam ersparen wir der Umwelt Abfall.

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Bild: Ich fand diese Getränkeauswahl so schön, dass ich sie mit in den Beitrag nehmen musste. Lecker, elegant, ohne Strohhalm!

Bis mehr Restaurants oder Gesetzgeber so weit sind: Bestelle fleißig sämtliche Getränke ohne Strohhalm! Wenn du eine Stammkneipe oder ein Stammgasthaus hast, kannst du bei passender Gelegenheit auch die Verwendung von widerverwendbaren Strohhalmen bzw. den Verzicht darauf vorschlagen.

Bei Getränkebestellungen in Restaurants und Bars gibt es noch ein paar weitere Punkte zu bedenken:

Mehr Zero Waste beim Ausgehen

Ein weiteres Thema, dass ich in diesem Zusammenhang anspreche, ist die Cocktailserviette. In manchen Bars ist es (Un)sitte, eine Serviette unter das Wein- bzw. Longdrinkglas zu legen. Hier hilft es, schnell (!!) und freundlich abzulehnen: “Danke, ich brauche keine Serviette.“ Ich erkläre bei Gelegenheit, warum ich verzichte. Einige Bars nutzen noch wiederverwendbare Bierdeckel, die für mich in Ordnung sind.

Bei der Cocktailbestellung lauern noch weitere Stolperfallen: Oft stecken auch Fruchtspieße oben am Glas. Bestenfalls sind sie aus Holz, die nehme ich mit und nutze sie zuhause zum Kuchenbacken oder, um eigene Cocktails zuzubereiten. Wenn ich weiß, dass eine Bar Einweg-Kunststoffspieße nutzt, bitte ich den Kellner, die Garnitur in Zukunft wegzulassen oder ohne Einwegspieße zu fabrizieren und erkläre meine Gründe. Bis jetzt sind mir Kunststoffspieße aber zum Glück noch nicht sehr oft untergekommen.

Wenn es auf (privaten) Partys nur Kunststoffbecher gibt, bringe ich mir mein eigenes Glas mit oder trinke aus meiner Flasche, die ich sowieso immer mit dabeihabe. Bei offiziellen Veranstaltungen ist das manchmal aus Sicherheitsgründen verboten. In diesem Fall bleibt nur, selber einen Kunststoffbecher mitzubringen. Manchmal stellen die Veranstalter auch Kunststoff-Pfandbecher zur Verfügung. Ich habe dann aber auch schon aufs Trinken verzichtet. Denn meiner Meinung nach schmecken Wein und Cocktails aus dem Becher merklich schlechter als aus dem Wein- bzw. Longdrinkglas. Ich denke, dass es an der Temperatur liegt. Aber vielleicht ist es auch einfach nur persönliche Geschmackssache.

  • „Bitte ohne Strohhalm“ gibt dem Feiern heute Abend einen Mehrwert. Und auch über den Strohhalm hinaus kannst du bei deiner Getränkebestellung eine Menge bewegen – nicht nur am straw-free day, sondern das ganze Jahr über.

 

Nutzt du Strohhalme oder findest du sie überflüssig? Und welche Alternative zu Plastikstrohhalmen gefällt dir am besten? Ich freue mich über Kommentare.

Viele weitere interessante Artikel zum Thema Zero Waste, Do-it-Yourself und Food Waste findest du auch in der aktuellen EiNaB-Linkparade!

Quellen

[1] http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-01/umwelt-eu-kommission-strategie-plastikmuell-vermeidung

[2] https://reset.org/blog/nachhaltigen-alternativen-dem-einweg-strohhalm-den-kragen-10302017

4 Kommentare

  1. Hallo!

    Also ehrlich gesagt – ich mag Strohhalme sowieso nicht. Für mich fühlt es sich eklig an Getränke da durch zu schlürfen. Habe ich noch nie verstanden, was andere daran finden. Daher fällt mir der Verzicht darauf auch gar nicht schwer.

    Irgendwo habe ich vor kurze über Zahlen etwas gelesen und bin fast umgefallen, wie viele Strohhalme im Müll landen. Das hätte ich nie gedacht!

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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