Top 10: Deine persönlichen Vorteile durch Zero Waste – Teil 1

Dieser Monat wurde zum „plastic-free July“ erklärt und ist der Grund, warum ich diesen Artikel nun veröffentliche. Der plastikfreie Juli ist für viele Menschen der Einstieg in ein müllärmeres Leben!

In diesem Zusammenhang hören auch immer mehr Leute von Zero Waste. Für viele ist der Begriff komplett neu und einige, die noch nie darüber nachgedacht haben, fragen sich, was das eigentlich bringen soll. Es sei ja so kompliziert, Zero Waste zu leben und viel zu teuer!

Dieser Artikel wiederlegt alle Nachteile, die du bisher über Zero Waste gehört hast: Zero Waste ändert das Leben grundlegend, das ist Fakt. Doch das bedeutet nicht, dass alles komplizierter wird. Im Gegenteil, Zero Waste bringt dir vielseitige persönliche Vorteile. Hier sind meine Top 10.

Was bringt mir dieser Artikel?

Wenn du bereits Zero Waster bist, kannst du Argumente aus diesem Artikel nutzen, um anderen Menschen die Vorteile von Zero Waste zu zeigen.

Wer noch kein Zero Waster ist, darf diese Argumente als Motivation sehen, Abfall im eigenen Leben zu reduzieren.

Wichtig für das Verständnis dieses Artikels ist die Definition von Zero Waste: Du findest meine selbst formulierte Definition hier, auch sehr schön formuliert ist die von Zero Waste Switzerland.

Und hier sind sie, die ersten fünf Punkte meiner Top 10:

1.Du kannst deine Figur und deine Fitness verbessern

Durch Zero Waste gehst du viel seltener in Supermärkte – es gibt dort nicht viel, was du kaufen kannst. Folglich verzichtest du auf viele Süßigkeiten, Fertigprodukte, Chips & Knabbergebäck. So nehmen viele Menschen gerade in der Umstellungsphase auf Zero Waste schon einige Kilo ab!

Früher verbrachte ich beim Wochenendeinkauf etwa eine Stunde im Supermarkt! Die freiwerdende Zeit verwende ich nun, um zum Bioladen oder auf den Markt zu fahren. Denn es stresst ja auch ziemlich, einen Parkplatz beim Markt in der Innenstadt oder vor dem kleinen Bioladen zu bekommen. Daher steigt ein Zero Waster öfters aufs Fahrrad, geht zu Fuß oder nimmt die öffentlichen Verkehrsmittel[1]. Das gibt ein schönes Plus auf dem Fitness-Konto – und schont die Umwelt noch mehr.

Durch das Ausmisten und Verzichten auf Konsum gewinnst du außerdem mehr Zeit für sportliche Aktivitäten. Statt Samstags Kleidung zu kaufen, gehe ich viel lieber zum Schwimmen oder Stand-Up-Paddling am See!

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Zero Waste macht dich somit merklich fitter und durch Sport gewinnst du noch mehr Vorteile dazu.

2. Du ernährst dich gesünder

Früher habe auch ich plastikverpackte, süße Brötchen, Schokoladenkekse mit Milchcreme und Fertigpizza geliebt. Als ich mit Zero Waste begann, musste ich mir dafür Alternativen überlegen. Kein Problem, denn gerade im Unverpackt-Laden, auf dem Markt und in kleinen Spezialitätengeschäften entdeckst du viele neue Lebensmittel. So zum Beispiel Linsen, Amaranth oder Süßlupinen aus dem Unverpacktladen. Ich fand auch viele neue (alte) Obst- und Gemüsesorten aus regionaler Herkunft, zertifiziert mit Biosiegeln. Diese Lebensmittel geben dir in einem ausgewogenen Mix alles, was du brauchst. Anfangs darfst du dich durch viele neue Lebensmittel durchprobieren, doch im Unverpackt-Laden und auf dem Markt ist das ohnehin ein Vergnügen: Denn du bestimmst selber, wie viel du kaufst und musst dich nicht mehr an Packungsgrößen halten 🙂

So verzichtest du auf viele gesättigte Fette, Zucker, Lebensmittelzusatzstoffe und da Fleisch und Wurst sehr oft vorverpackt sind (bzw. unverpackt nicht in Bioqualität erhältlich sind), reduzierst du auch deinen Konsum an tierischen Produkten. Das bereichert deine Ernährung mit pflanzlichem Eiweiß, Gemüse, Obst und gesunden Fetten und trägt zu einer ausgewogenen, fitnessgerechteren und einfach leckeren Ernährung bei.

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Lecker und ausgewogen: Ein sommerliches Mittagessen mit bunten Salaten

Zudem hältst du dich durch konsequentes Zero Waste an die Essenszeiten und vermeidest Snacken zwischendurch – effektiver als jede Diät! Letzten Monat war ich auf dem Frühlingsfest. Ich hatte schon gegessen, kam aber gerade an einem Stand mit Crepes vorbei und so meldete sich mein Appetit. Doch Teller, Platte oder Stoffserviette hatte ich keine dabei, und so verzichtete ich aufs Essen.

P.S.: Wenn du nicht selber kochst und „zum mitnehmen“ oder auswärts isst, hast du trotzdem nach wie vor die Möglichkeit, auch Speisen wie Döner, Pizza oder Kuchen Zero Waste zu essen. Zero Waste ist also nicht als Garant oder Verpflichtung für gesunde Ernährung zu sehen, sondern eher als Unterstützung dafür.

3. Durch effizienten Konsum sparst du bares Geld

Das ist einer der gewichtigsten Vorteile von Zero Waste. Richtig umgesetzt, kannst du dein ganzes Konsumleben viel effizienter führen und so Geld einsparen.

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Viele Speisen und sogar Reinigungsmittel kannst du ganz einfach selber machen und sparst nicht nur Verpackungen, sondern auch ganz viel Geld ein. Warum sollte man eigentlich früher den von der Werbung eingeredeten Spezialreiniger mit Mikroplastik kaufen, wenn es auch mit selbstgemachtem Essigreiniger geht?

Ich stelle fest, dass ich viel seltener einkaufen gehe, denn Unverpackt-Läden sind in meiner ländlichen Region ein Stück weit weg. Dadurch spare ich Geld, weil ich nicht mal eben einkaufen gehen kann. Wir kennen das ja: Man will im Supermarkt nur ein paar Zitronen kaufen und an der Kassa steht man dann mit einem Korb voller Dinge, die man eigentlich gar nicht kaufen wollte.

Dadurch, dass du weniger sinnlos konsumierst und dir nur noch ausgewählte Kleidung, Möbel, etc. kaufst, sparst du noch viel mehr Geld ein.

„Aber kosten die Lebensmittel im Unverpacktladen denn nicht viel mehr?“ so fragen mich oft Menschen, die an den finanziellen Vorteilen von Zero Waste zweifeln. Unverpacktläden sind meiner Erfahrung nach oft nicht viel teurer als die „normalen Produkte“ im Supermarkt. Doch am Markt kostet das Gemüse oft wirklich mehr als im Supermarkt. Aber Zero Waster möchten auch, dass im Haushalt möglichst wenig Lebensmittelabfälle anfallen. Sprich, wir sollen mit unseren Lebensmitteln bewusst umgehen, nach Portionsanzahl kochen und nur das kaufen, was wir brauchen. Und genau das führt zu einem riesigen Einsparungspotential: Denn der durchschnittliche Österreicher wirft unglaubliche 40kg Essen pro Jahr weg[2].  Jeder durchnittliche österreichische Haushalt, der auf Food Waste verzichtet, kann so 300-400€ jährlich einsparen!

Auch wer Containern geht, betreibt indirekt Zero Waste, da er Lebensmittel rettet, die sonst illegitimerweise weggeworfen worden wären. Nebenher spart Containern wirklich massiv Geld. Ich rette durchschnittlich pro Ausflug Lebensmittel im Wert von 15€, wenn ich besonders viel mitnehme, 30€. Probier es einfach aus, egal wie viel oder wenig Geld du zur Verfügung hast. Ich kann es nur empfehlen!

=> Zero Waste ist ein ökonomischer und effizienter Lebensstil!

4. Du musst keine Zutatenlisten lesen, um zu wissen, was in deinen Lebensmitteln und Reinigern enthalten ist

Zero Waster kaufen mehr „pure“ Produkte, die nur aus einer Zutat bestehen und erst noch gekocht werden müssen. Denn die meisten Sachen, die du im Unverpacktladen bekommst, sind „echte“ Lebensmittel. So sparst du dir das komplizierte Lesen von zu klein gedruckten Zutatenlisten und das Recherchieren nach Inhaltsstoffen.

Hausgemachte Reiniger kannst du in den meisten Fällen sogar trinken, ohne dass sie dir schaden. Die Rezepte für Reinigungsmittel beschränken sich auf einfache, günstige Zutaten und du kannst sie schnell und sicher selbst machen. Für verschiedene Rezepte kann ich die Website „Smarticular“ nur empfehlen (auch als Buch erhältlich).

Du staunst, wie schnell und einfach man mit simplen Zutaten sogar einige Sorten von Kosmetika machen kann. Gerade Basics wie Lippenbalsam lassen sich mit wenigen Zutaten (Bienenwachs oder Carnubawachs + Olivenöl+Honig) simpel selber herstellen und verschieden variieren.

So weißt du stets, was in den Produkten, mit denen du dich umgibst, enthalten ist und genießt die damit verbundene Transparenz und Freiheit!

5. Du isst genussvoller

Unverpackt-Läden verkaufen in der Regel biologisch angebaute Produkte. Diese sind, wie oben erwähnt, nicht immer die billigsten Produkte. Aber du weißt, dass du der Umwelt damit gleich mehrfach gutes tust[3]. Bioäcker sind reicher an Mikroorganismen, Tieren und gliedern sich besser in eine natürliche Landwirtschaft ein. Das schmeckt man – ganz besonders bei Tomaten, Pfirsichen und tierischen Produkten.

Außerdem schätzt du Speisen mehr, wenn du etwas mehr Zeit und/oder Geld investiert hast. Ich schlinge mein Essen seither nicht mehr im Stehen hinunter oder setze mich vor einen Fernseher, sondern genieße bewusst. So bietet schon eine alltägliche Mittagspause mit einem mitgebrachten Salat im Bügelglas Raum zum Entschleunigen.

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Schon das Frühstück, von Hand zubereitet und am Tisch gegessen, bringt Achtsamkeit, Genuss und Kraft für einen neuen Tag

Durch langsameres Kauen und Essen, durch wirkliches Schmecken der Speisen und das bewusste Genießen wirst du zudem schneller satt, was sich auf Fitness und Essverhalten positiv auswirkt.

Das waren auch schon die ersten 5 Vorteile, die nächsten 5 erwarten dich im folgenden Artikel 🙂

Fussnoten:

[1] So spart man auch Mikroplastik, der durch Reifenabrieb entsteht und einer der großen, unbekannten Verursacher von Mikroplastik ist

[2] https://diepresse.com/home/wirtschaft/energie/4703449/Foodwaste_Wie-viel-Geld-im-Muell-landet

[3] http://ec.europa.eu/environment/archives/eussd/pdf/bio_foodwaste_report.pdf S.44 (PDF-Seitenzahl)

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