Top 10: Noch mehr persönliche Vorteile durch Zero Waste! Teil 2

In diesem Artikel möchte ich ohne lange Einleitung gleich an Teil I anknüpfen. Weiter geht es mit 5 neuen Vorteilen, die Zero Waste dir ganz persönlich gibt.

6. Durch Zero Waste lernst du viel dazu

Ich habe bereits im Sommer 2016 begonnen, Zero Waste zu leben. Und immer noch lerne ich jeden Tag Neues. Es ist kein universitäres, akademisches Wissen, sondern praktisches Wissen, einfach und für jedermann verständlich. Du profitierst enorm davon, weil du viel verloren geglaubtes Wissen wiederbeleben und an andere weitergeben kannst.

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Bild: Verschiedene Kräutersorten – viel altes, verloren gegangenes Wissen kann auch durch Zero Waste neu entdeckt werden

So einfache Tipps und Tricks wie Natron statt Backpulver zu verwenden, Bananen & Tomatenmark tiefzukühlen und eigenes Reinigungsmittel zu machen habe ich erst durch Zero Waste gelernt.

Neue und alte Methoden des Haltbarmachens, selber Herstellens und Einkaufens sowie mehr Wissen über die Herstellung und Inhaltsstoffe verschiedenster Produkte eignet sich ein Zero Waster an. Zudem wirst du viel intensiver mit deinen eigenen Verhaltensmustern, Gewohnheiten und Motivationen vertraut und lernst, wie du dein Verhalten bewusst ändern kannst. Das hilft dir auch in anderen Bereichen deines Lebens.

Verringerter Konsum, Konsum nicht als Hobby und Verzicht auf bestimmte Produkte oder Unternehmen kann dein Weltbild verändern. Du beginnst, generell akzeptierte Normen „die Wirtschaft muss jedes Jahr wachsen“ zu hinterfragen und erweiterst auch so deinen Horizont.

Last but not least: Auch deine Kommunikationsfähigkeiten verbessern sich durch Zero Waste. Es beginnt schon beim Gemüsestand: Wo früher ein simples „1 kg Kartoffeln, bitte“ ausreichte, sagst du nun so etwas wie „Bitte geben Sie mir 1 kg Kartoffeln in meine Tasche!“ Manchmal bleibt es dabei, und der Verkäufer macht alles, wie du es möchtest. Doch oft genug entwickelt sich soar aus einem einfachen Zero-Waste Kauf ein Gespräch: Viele Menschen werden dein Engagement postitiv sehen. Andere fragen nach dem Grund für dein Verhalten oder behaupten, es ginge nicht ohne die Einwegverpackung. Auch im Restaurant oder unterwegs komme ich durch Zero Waste immer wieder ins Gespräch mit anderen Menschen. Das hat manchmal auch Konfliktpotential: Jedoch lernst du etwas aus diesen Gesprächen, egal wie! Besonders für schüchternere Menschen oder Menschen, denen schnell etwas peinlich ist, kann das eine Herausforderung darstellen. Packe sie an und versuche, sie zu meistern!

7. Du hast eine schönere, aufgeräumtere Wohnung

Einkaufsbehältnisse für den Unverpackt-Laden sehen viel schöner in der Küche aus! Auch der selbstgemachte Senf macht einfach mehr her als sein billiges Pendant aus der Alutube.

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Lebensmittel und Körperpflege aus dem Unverpackt-Laden: Du kannst sogar selber wählen, in welchem Behälter du sie kaufst und sie so dem Stil deiner Wohnung anpassen!

Durch Zero Waste reduzierst du auch deinen Besitz an Gebrauchsgegenständen wie Möbel, Kleidung und Zeitschriften. Wenige, aber gute Produkte kaufen, das ist hier die Devise. Wer weniger besitzt, muss auch weniger aufräumen. Denn es gibt weniger Sachen, die deine Wohnung verstopfen und deine Treppe blockieren. Das schafft Freiräume und du fühlst dich wohler und befreiter in deiner Wohnung.

Auch ein leererer Kühlschrank bzw. ein gut sortierter, kleiner Gemüsekeller kann in diesem Zusammenhang wirklich ein Gewinn sein: Weil du weniger Sachen darin lagerst, verschüttest du nichts und behältst immer den Überblick über den Inhalt. So vermeidest du Food Waste und sparst dir Nerven, weil dir keine Sachen mehr aus den Regalen fallen. Auch das Reinigen fällt leichter, wenn nicht alles pumpvoll ist.

Durch weniger Dinge, die du entsorgen musst, gewinnst du gleich noch einen weiteren Vorteil, wie der nächste Punkt zeigt:

8.Du musst weniger „Abfallarbeit“ betreiben

Mir begegnen viele Menschen mit folgenden Worten: „Ohne Müll zu leben ist doch viel zu kompliziert, da muss man ja seine Gefäße immer zum Einkaufen mitnehmen, abwaschen und abtrocknen.“

Woran nicht alle denken, ist die Abfallarbeit, die man hat, wenn man seinen Müll korrekt recycelt.

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Denn richtig entsorgte Wegwerfprodukte machen viel mehr Arbeit als einfaches Zero Waste: Nehmen wir einen Joghurtbecher. Wenn du ihn leer gegessen hast, musst du den Aludeckel vom Becher trennen und ggf. die Papierbanderole entfernen. Dann solltest du die Papierbanderole in die Papiertonne, den Becher in den gelben Sack und den Aludeckel zum Metallrecycling geben. Dazu sammelst du alles getrennt und wirst die einzelnen Abfälle dann in die richtigen Behälter bei der Sammelstelle oder in einen (teuren) Müllsack werfen.Recycling ist wichtig, keine Frage.

Doch nehmen wir an, der Joghurtbecher vom Anfangsbeispiel wäre ein Joghurtgefäß aus Glas:  Du isst das Joghurt, wäschst dein Joghurtglas aus und füllst es beim Marktstand neu (im Optimalfall) oder gibst es beim Bioladen ab. Wieder und wieder. Das ist einfach und erfordert nur Denken, Planen („Will ich heute Joghurt kaufen; wenn ja, wie viel brauche ich?“) und ein bisschen Muskelkraft.

Die Abfallvermeidung durch Zero Waste ist wichtig, denn es heute lediglich 58% der Abfälle in Österreich recycelt! Von Kunststoffe sind es sogar nur 33% [1] – der Rest wird verbrannt. Gerade wer unterwegs ist, wirft seinen Becher vermutlich einfach in einen der zur Verfügung stehenden Mülleimer. Diese Behälter sind meist Restmülleimer, außer sie sind speziell gekennzeichnet.

„Falsche“ Müllentsorgung ist nicht schwer. Zur richtigen Mülltrennung und zu Zero Waste hingegen gehört ein gewisses Grundwissen, das du dir selber erarbeiten darfst. Auch Zero Waster trennen ihren verbleibenden Abfall korrekt und daher ist Recycling als viertes der 5 R auch für Zero Waster besonders in der Anfangsphase wichtig. Und j weniger Müll du produzierst, desto weniger Abfälle musst du korrekt trennen und zu Sammelstellen bringen. So sparst du Abfallarbeit, Müllsäcke, Mülltransporte und Emissionen, die durch Müllverbrennung entstehen würden, ein.

9. Du hast mehr Zeit und weniger Stress

Kann Konsum ein Hobby sein? Für viele Menschen ist es das. Sie gehen gerne shoppen und sehen das als Freizeitbeschäftigung, die Spaß macht. Doch am Ende des Tages sitzt du damit lediglich vor lauter neuen Dingen und zehn Selfies mit dem ewiggleichen Duckface. Glücklich macht es nur, wenn man am nächsten Tag noch einmal loszieht auf Schnäppchenjagd.

Dadurch, dass ich auf das Einkaufen im Supermarkt und in Malls als Freizeitbeschäftigung verzichte, erspare ich mir viel Stress und Zeit. Zeit, die ich für andere Dinge nutzen kann, für Sport, Wissenserwerb und Unternehmungen mit Familie und Freunden.

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Viele Menschen denken (wie vorhin erwähnt), Zero Waste sei doch viel anstrengender und stressiger als der „normale“ Wegwerflifestyle. Anfangs hat man sicherlich etwas Mühe, bis sich neue Gewohnheiten wie die eigene Stofftasche, die Wasserflasche und die Getränkebestellung mit „bitte ohne Strohhalm“ etabliert haben. Doch wenn sich einmal alles eingespielt hat, profitierst du von der Entschleunigung und kannst deine freiwerdende Zeit nutzen, wie es dir gefällt.

Denn auch ein Zero Waster muss nicht alles selber machen: Je besser die Infrastruktur ist, desto mehr gibt es auf dem Markt und in Unverpacktläden zu kaufen. Gutsortierte Läden bieten sogar Bio-Reinigungsmittel, Duschgel und Shampoos zum Abfüllen an. Dadurch spart man sich vielleicht weniger Geld, aber gewinnt mehr Zeit.

Wer dennoch mehr selbermachen möchte und vom Brot bis zum Geschirrspülmittel Rezepte parat hat und weiterentwickelt, spart sich im Umkehrschluss Geld, braucht aber Zeit. So ergibt sich aus Zero Waste sogar die Möglichkeit, weniger Erwerbsarbeit zu tätigen! Das ist nun sehr weit gedacht und sicher kein Modell für jeden von uns. Doch ich denke, dass es in unserer Welt mit all dem Stress, den viele Menschen am Arbeitsplatz haben, sicher guttun würde, 2-4 Stunden pro Woche weniger zu arbeiten und dafür mehr selberzumachen!

10. Du musst den Müll nicht mehr (so oft) rausbringen

Wer bringt den Müll hinaus? Eine Streitfrage in vielen Familien. Niemand hat Lust drauf und der Hund des Nachbarn zerfleddert so gern den Sack, sodass man am Abholtag ganz in der Frühe mit dem schweren Müllsack nach draußen muss.

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Bild: Und wer bringt jetzt den Müll hinaus? Mit Zero Waste sieht es bald besser aus!

Wer mit Zero Waste beginnt, merkt sehr schnell, wie sich der eigene Müll reduziert! Irgendwann muss man den Müll dann vielleicht gar nicht mehr hinausbringen. Daran dürfen wir alle noch arbeiten. Doch wir sind auf dem Weg, und je mehr Leute wir sind, desto einfacher wird Zero Waste für uns alle und desto stärker können wir von den Vorteilen profitieren.

Übrigens: Zusammen schaffen wir auch Vorteile, die gesamtgesellschaftlich wirken. Doch welche das sind, erzähle ich in einem anderen Artikel 😊

Die persönlichen Vorteile klingen verlockend, doch wie kann man sie umsetzen? Ganz einfach: Beginne noch heute mit Zero Waste. In nächster Zeit werde ich mehr Artikel zum Thema Zero Waste posten, nachdem ich mich in den vergangenen Monaten eher mit Containering befasst habe. Bleib dran!

Was erwartet dich nächste Woche?

Zero Waste einkaufen geht am besten im Unverpackt-Laden, so viel ist klar. Hier findest du eine Karte mit allen Unverpacktläden im deutschssprachigen Raum.

Hast du deinen Unverpackt-Laden gefunden? Dann nichts wie hin und schau, was dieses Geschäft so alles zu bieten hat. Tipps zum Einkauf im Unverpackt-Laden findest du hier.

Was aber, wenn es keinen Unverpackt-Laden in deiner Nähe gibt? Wie du dennoch mit Zero Waste starten kannst und welche Einkaufsmöglichkeiten dir bleiben, erfährst du in meinem nächsten Artikel.

Bis bald!

Quellen:

[1]  https://derstandard.at/2000078355683/Die-Zukunft-des-Recyclings-Aus-Plastik-soll-Kunststoff-werden

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