Zero Waste ohne Unverpacktladen? 10 klassische Alternativen für den verpackungsfreien Einkauf

Als ich mit Zero Waste begann, habe ich meine Umgebung neu entdeckt. Denn plötzlich machte es mangels Auswahl einfach nicht mehr viel Sinn, in den Supermarkt zu gehen. Und der nächste, kleine Unverpacktladen ist immerhin 25 Minuten mit dem Auto entfernt. So stieg ich auch auf andere Geschäfte um, um den täglichen Einkauf zu tätigen. Auch wenn die unkonventionellen Alternativen aus dem letzten Artikel sich hervorragend für viele Produkte eignen, gehe ich dann und wann doch noch gerne in ein klassisches Geschäft, sehr gerne in ein kleines mit persönlicher Beratung.

So folgt nun ein Artikel mit allen Zero Waste Einkaufsmöglichkeiten, die sich in Stadt und Land so bieten. Allerdings konzentriere ich mich hier auf klassische Geschäfte. Sprich, diese Alternativen hier werden dir bekannter vorkommen als die unkonventionellen Ideen aus dem letzten Artikel. Vielleicht kaufst du heute schon dort ein!

 

Kurz erwähnt …*aus kontrolliert biologischem Anbau

Damit ich es nicht bei jedem Unterpunkt gesondert erwähne, möchte ich hier noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig bio ist! Egal in welchem Geschäft du dich befindest, frage nach unverpackten Bioprodukten und gib ihnen den Vorzug. Der höhere Preis zahlt sich meiner Erfahrung nach aus. Oft ist es schwierig, bio und unverpackt miteinander zu verbinden, gerade wenn du noch andere Kaufkriterien hast. Aber m.E. gehören beide Prinzipien wegen geteilter Werte (u.a. Kreislaufprinzip, Naturschutzgedanke) zusammen.

Auch mir gelingt es leider nicht immer, bio und unverpackt zu verbinden. Denn ich möchte zugleich möglichst regionale, unverarbeitete und eiweißreiche Lebensmittel kaufen. Aber wann immer es geht, kaufe ich Produkte, die beides erfüllen. Einen erhöhten Preis nehme ich dafür gerne in Kauf.

Und nun Medias in Res…10 Alternativen für den verpackungsfreien Einkauf

Damit jede/r nach einem Zero Waste Einkauf auch so vielseitige, bunte Lebensmittel wie im Beitragsbild kaufen kannst, folgen nun meine 10 Alternativvorschläge für Zero Waste Einkauf in verschiedenen Geschäften in Stadt und Land.

1.Wochenmarkt

Der Markt ist mein Favorit, wenn es um den verpackungsfreien Einkauf geht. Hier habe ich schon einen langen Artikel darüber geschrieben. Märkte sind zwar auch keine Geschäfte im eigentlichen Sinn, doch der Erzeuger bringt sein Geschäftslokal quasi mit und Erzeuger kommen direkt mit Konsuemnten in Kontakt. So kannst du Vertrauen aufbauen und die Transparenz ist verglichen mit dem Supermarkt schon mal besser!

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Ein französischer Markt ist ein wahres Paradies für Zero Waster

So erhalte ich viele frische, unverarbeitete Produkte. Oft sind sie zudem aus regionalerer Herkunft und auch Biostände findest du. In manchen Städten gibt es sogar eigene Biomärkte, z.B. in Wien der Biobauernmarkt Freyung http://www.biobauernmarkt-freyung.at/ oder Josefsstadt https://www.wien.gv.at/bezirke/josefstadt/wirtschaft-wohnen/biomarkt.html

Märkte unterscheiden sich je nach Region sehr stark. Als ich in der Provence einen Markt besuchte, staunte ich wirklich Bauklötze über das Angebot und die Vielfalt an unverpackten, unverarbeiteten Waren! Hier gab es sogar Gewürze (siehe oben). Zum Glück hatte ich einige Schraubgläser mitgebracht und konnte mich mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern eindecken.

Egal ob dein Markt größer oder kleiner ist, schau dich einfach mal dort um oder informiere dich vorab auf der Homepage bzw. bei deiner Stadt über das Angebot! Vielleicht entdeckst du dort einige der oben angesprochenen Sachen und kannst den wöchentlichen Einkauf auf dem Markt in deinen Alltag eingliedern.

Was gibt es dort?

Die Auswahl ist zumindest in städtischen Märkten sehr breit: In meiner Kleinstadt gibt es jede Woche zweimal einen Markttag, bei dem man Obst und Gemüse, griechische & türkische Spezialitäten, Nudeln, Brot & Backwaren, Honig, Kräuter & Gewürze, Milchprodukte sowie Blumen und Gemüsepflanzen einkaufen kann[1]. Auch Seifen am Stück sind an manchen Marktständen erhältlich. Ich wähle stets palmölfreie Varianten.

Preisniveau: €€ – €€€

Was brauche ich für meinen Zero Waste Einkauf?

Sehr variabel, je nachdem, wie dein Einkauf aussieht.

  • Obst & Gemüse, Pilze, Kräuter, Salat, Brot: Stofftaschen oder Einkaufskorb. Ich gebe immer alle Gemüsesorten in eine Stofftasche und achte darauf, die empfindlicheren Sorten obenauf zu legen.
  • Beeren (wg. Flecken!), Käse, Nudeln, Fleisch und Wurstwaren, Fisch…Edelstahldosen, Keksdosen oder alte Kunststoffdosen
  • Griechische Spezialitäten, offene Brotaufstriche, Trockenobst…Schraubgläser
  • Manche Produkte werden auch direkt in Pfandgläsern angeboten. Beim Markt in meinem Nachbarort sind das Milch und Tee.
  • Seifen…dünnes Säckchen

TIPP: Denke daran, ein Extraglas bzw. eine Extratasche mitzunehmen. So ist noch Platz für einen allfälligen Spontankauf 🙂

2.Jahrmarkt bzw. Rummel

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Auf dem Jahrmarkt haben Groß und Klein ihren Spaß! Hier gibt s so viele Süßigkeiten, wie man möchte…ohne Abfall 🙂

Auf dem Jahrmarkt gibt es einige Stände, bei denen du abfallfrei kaufen kannst. Neben dem Rummel und allerlei Ständen mit Socken, Teppichen und Jacken gibt es hier auch Lebensmittel und Blumenzwiebel unverpackt zu kaufen. Gerade letzteres ist sehr praktisch für Gärtner, die auf der Suche nach neuen Sorten für den Sommer sind. Jahrmärkte finden meist im Herbst, Oktober oder November statt. In großen Städten wie Wien gibt es ganzjährig einen „Rummel“, der Spaß und Zero Waste verspricht.

Bei meinem Jahrmarkt gab es Gummibären und weitere Süßigkeiten aller Art wie Magenbrot und gebrannte Mandeln oder andere Nüsse. Zudem bot ein Stand verschiedene Sorten von Bonbons offen an. Mit etwas Glück gibt es auch Tee- oder Gewürzstände, die offen verkaufen – auf meinem Jahrmarkt waren diese Produkte leider alle in Plastik vorverpackt.

Meist findest du auf einem Jahrmarkt auch Stände, die auf einem Wochenmarkt stehen, wie z.B. griechische Stände oder Bäcker.

Damit ich das Angebot besser abschätzen kann, gehe ich meist einmal über den Markt und schaue, was ich kaufen möchte. Dann gehe ich noch einmal und nehme die Gefäße mit, die ich brauche. Man kann natürlich auch beides in einem machen, du brauchst nur genug Behälter…lieber zu viel als zu wenig!

Preisniveau:

Was brauche ich für meinen Zero Waste Einkauf?

Keksdosen (bzw. alte Kunststoffdose)…für alles

3.Bioladen

Oft ist der Bioladen die erste Anlaufstelle für Menschen, die nachhaltiger einkaufen möchten. Leider gibt es oft sehr viel verpackte Produkte in Bioläden zu kaufen. Aber wenn du dich genau umschaust, entdeckst du sicher auch Produkte, die sich für Zero Waste eignen!

Als erstes kommt einem dabei Obst und Gemüse in den Sinn. Normalerweise sind hier alle Sorten unverpackt. In meinem Bioladen im Ort wird leider alles ohne zu fragen sofort in Papier eingewickelt – bevor ich an der Kassa meinen Korb auspacke, sage ich daher, dass ich keine Verpackungen wünsche.

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Beispiel für einen abfallfreien Einkauf im Bioladen

Vorteilhaft ist, dass einige Bioläden Milch und Milchprodukte in Mehrwegglasbehältern anbieten. In den meisten Bioläden gibt es Milch, Naturjoghurt und gesüßtes Fruchtjoghurt und Sahne. Ich habe auch schon Kefir, Buttermilch, Schwedenmilch und Essig in Pfandgebinden gesehen. Auch Bioläden mit Käse- oder Fleischtheke gibt es, leider kenne ich keinen Bioladen, der eine Theke mit frischen, unverpackten Fleischalternativen hat[0]. Aber vielleicht findest du einen in deiner Stadt!

Preis: €€

Was brauche ich für meinen Zero Waste Einkauf? Siehe Punkt 1 (Markt)

Exkurs: Was leider im Bioladen und generell in sämtlichen Geschäten fehlt, sind m.E. Pflanzenmilchprodukte in Mehrwegbehältern! Dabei bin ich mir sicher, dass es dafür genug Abnehmer geben würde. Also, liebe Bioladenbesitzer, bitte schaut euch doch mal nach Pflanzendrinks, pflanzlichem Joghurt/Sahne/Käse etc. im Pfandglas um oder bietet es im Offenverkauf an[2].Ich würde mich freuen, wenn ich beobachten kann, wie direkt vor meinen Augen frische Buchweizenmilch, Mandelmilch,… entsteht!

4.Getränkemarkt

Ich persönlich bin mit unserem Leitungswasser voll und ganz zufrieden und trinke es im Alltag ausschließlich. Doch viele Menschen, die ich kenne, ziehen andere Getränke vor. Wie gut, dass es auch Getränkemärkte gibt, in denen du einiges Zero Waste einkaufen kannst.

In meiner Nähe gibt es einen Markt, der Fruchtsäfte, Limonade, verschiedene Biere sowie Mineralwässer in Glaspfandflaschen verkauft. Hier kaufe ich ein, wenn ich beispielsweise eine Party vorbereite. Im normalen Supermarkt geht das nicht, weil hier die meisten alkoholfreien Getränke in Einwegbehältern verkauft werden.

Ich schaue auch bei Glasflaschen genau, ob es Pfandflaschen sind. Denn Einweg-Flaschen, auch aus Glas, sind bzgl. Ökobilanz nicht empfehlenswert [3]. Leider sind die meisten Weinflaschen sowie Spirituosenflaschen in Einwegbehälter abgefüllt. Aber abgesehen davon bietet der Getränkemarkt eine große Auswahl für Zero Waster und das zu einem fairen Preis.

Mehrwegflaschen, gerade solche aus Glas, sind zwar schwerer. Nimm es sportlich und hebe das Gewicht! Wenn du nicht schwer heben darfst, hilft dir das Verkaufspersonal in der Regel gerne dabei, deinen Einkauf ins Auto zu bringen.

Wann immer ich die Wahl habe, bevorzuge ich Bügelflaschen z.B. beim Kauf von Bier. Denn der Bügelverschluss ist wiederverwendbar, Kronkorken hingegen muss ich entsorgen. Je nach Trinkgewohnheit wähle ich größere oder kleinere Flaschen, sodass ich Reste vermeiden kann.

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Dieses Logo ist in Deutschland auf sämtlichen Mehrwegflaschen angebracht

WICHTIG für Deutschland: Auch wenn es hier auf alle Flaschen und Dosen Pfand gibt, sind sie nicht automatisch Mehrwegflaschen. Kaufe nur Flaschen mit dem Mehrweglogo (siehe rechts) und lasse die mit dem Einweglogo im Regal stehen. Im Link drei Absätze weiter oben ist der Unterschied zwischen beiden Flaschen samt Logos noch einmal gut erklärt!

Preisniveau:

Was brauche ich dazu?

Bei Großeinkäufen ein Auto. Kaufe daher lieber selten, dafür mehr ein. Eine andere Möglichkeit für Leute, die wenig verbrauchen, ist der Kauf mit dem Fahrrad. Gib die Flaschen einfach in einen Fahrradkorb, polstere ihn etwas aus und fahre vorsichtig. Solange du weniger als eine Kiste brauchst, ist das in der Regel unproblematisch.

5.Bäckerei und Konditorei

Brot & Brötchen bekommst du bei jedem Bäcker auch Zero Waste. Und Bäcker gibt es viele, sogar in kleinen Dörfern und auf dem Land. Damit sie nicht aussterben, möchte ich dir Folgendes ans Herz legen: Suche dir einen kleinen Bäcker aus, der ohne Backmischungen arbeitet und bei dem das Brot wirklich besser schmeckt als vom Supermarkt!

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Frische Baguette und zwei Schokobrötchen vom Bäcker

Ich habe auch schon oft den Tipp gehört, beim Bäcker nach Hefe zu fragen. Denn auch die ist Zero Waste üblicherweise schwer erhältlich. Versuch es mal bei deinem Bäcker, vielleicht gibt er dir günstig etwas ab.

Beim Bäcker – wie auch in den meisten anderen Geschäften – bestelle ich folgendermaßen: „Bitte geben Sie mir meinen gesamten Einkauf ohne Wegwerfverpackungen in meine Keksdose!“ Dann erst sage ich, was ich genau kaufen möchte. So stelle ich sicher, dass meine Sachen auch wie gewünscht in der mitgebrachten Tasche landen. Denn wenn ich zuerst bestelle, packt die Verkäuferin das Brot oft schneller in Wegwerfsäcke ein, als man seinen Sonderwunsch „ohne Verpackung“ geäußert hat.

Zudem bitte ich auch immer darum, etwaigen „Müll“ wie Plastiktrennfolien, die sich oft an Torten befinden, zu entfernen. Natürlich wäre es gleich sinnvoll, auf eine andere Kuchensorte zurückzugreifen, die ohne Müll angeboten wird. Aber so kann ich zumindest signalisieren, dass ich nicht bereit bin, eine eingeschränkte Auswahl zu haben, nur weil ich keinen unnötigen Abfall mit nachhause nehmen will. Wenn dieses Beispiel Schule macht, werden Kuchentrennfolien, Plastikdeko etc. aus den Vitrinen verschwinden!

Wenn du immer zum selben Bäcker gehst, merken sich die Verkäuferinnen normalerweise deine Einkaufsweise und wissen auch ohne extra Hinweis, wie du einkaufst. So wird der Einkauf unkomplizierter.

Preisniveau: € – €€€, abhängig von Standort und Qualität der Rohstoffe

Was brauche ich dazu?

  • Brot und Brötchen aller Art…Stofftasche
  • Süße Teilchen, Kuchen und Torten…Keksdose (oder alte Kunststoffdose).
  • Hefe…kleines Weckglas
  • Wenn du etwas gleich isst…Stoffserviette, Geschirrtuch oder einfach auf die Hand nehmen. Wachstuch oder kleine Keks- bzw. Edelstahldose für fettigere Teilchen und Torten.

6.Fleischhauer/Metzger

Hinweis: Ethische Aspekte, Haltungsbedingungen etc. kann ich hier nicht ansprechen, da dies den Rahmen meines Artikels sprengen würde. Ich selber gehe sehr selten zum Metzger und kaufe dort nur Fleisch für Familienmitglieder ein, da es leider keinen Biometzger in meiner Umgebung gibt und mir persönlich „regional“ und „aus Österreich“  als Garantie für wirklich artgerechte Haltung nicht ausreicht.

In einer Metzgerei erhältst du in der Regel alles, was du möchtest, auch unverpackt. Manche Metzger bieten auch vorbereitete Gerichte wie Frittaten („Flädle“), Knödel und Salate an. Wichtig ist es, deinen Wunsch nach unverpackten Produkten zu erwähnen, wenn du etwas vorbestellst. Sonst werden deine Bestellungen oft vakuumiert.

Preisniveau:€€ – €€€

Was brauche ich zum Einkaufen?

Alle Produkte…Edelstahldose (oder alte Kunststoffdose)

7.Spezialitätengeschäfte für Flüssiges – alkoholisch und alkoholfrei!

In meiner Kleinstadt gibt es verschiedene Geschäfte, die sich auf den Offenverkauf von Öl, Essig und Spirituosen spezialisiert haben. Hier kannst du mit deiner eigenen Flasche kommen und dir verschiedene Öle, Essig, Liköre, Grappa, Rum, Vodka, etc. abfüllen.

Aus meiner Sicht ist das ein ausgezeichnetes Konzept. Ich achte allerdings auf die Zutaten der Produkte, damit ich nur puren, nicht aromatisierten Essig in meine Flasche fülle und auch für Geschenke auf farbstofffreie Liköre ohne zugesetzte Aromen zurückgreife. Schau genau hin, nur dann lohnt sich der meiner Erfahrung nach oft sehr hohe Preis.

Bitte beim Bezahlen darum, die Flasche unverpackt mitzunehmen! Sonst wickeln die Verkäufer sie sehr oft ungefragt in Papier ein. Bei Korken wird der Verschluss zudem häufig mit Plastikklebeband umwickelt. Ich wähle Flaschen, bei denen der Korken gut sitzt und lehne das Klebeband ab.

Preisniveau: €€€

Was brauche ich zum Einkaufen?

Alle Produkte…Eine geeignete Flasche mit Angabe des Fassungsvermögens. Ich bevorzuge Bügelflaschen. Meist gibt es auch diverse Flaschen auch im Geschäft zu erwerben, doch gerade speziell geformte Flaschen kosten natürlich mehr.

Wichtig ist es, dass du die Flasche, sobald sie leer ist, gut auswäschst! Wenn Flaschen einmal schmutzig sind, bekommst du sie meiner Erfahrung nach oft nur schwer wieder sauber.

8.Ölmühle oder Getreidemühle

Manche Getreidemühlen haben einen eigenen Verkauf und sind auch bereit, dir dein Mehl in mitgebrachte Behälter abzufüllen oder Großmengen ab 10 kg zu verkaufen.

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Alte Getreidemühle…mich hat es sehr beeindruckt, als ich einmal eine solche Mühle nahe Berlin besichtigen durfte. Dort wird sogar noch gemahlen!

Und auch wer eine Ölmühle in der Nähe hat, kann sich glücklich schätzen! Ich kaufe häufig bei meiner Ölmühle ein, die nicht nur hochwertige Öle, sondern auch Nussmuse sowie Nuss- und Mandelmehl aus den Pressrückständen herstellt. Nahezu alle Produkte sind aus kontrolliert biologischem Anbau. Aufgrund des hohen Proteingehaltes und des ausgezeichneten Geschmacks bin ich ein besonderer Fan der verschiedenen Nussmehle, die man sehr kreativ verwenden kann. Auch Menschen mit Glutenunverträglichkeit können diese Mehle genießen.

Ich kaufe bei meinen Mühlen stets kleine Mengen Zero Waste und lasse mir alles in meine eigenen Verpackungen abfüllen. Das geht ohne Probleme. Wer einen sehr hohen Verbrauch hat bzw. mit anderen Leuten teilen möchte, kann bei den meisten Mühlen auch Großpackungen bestellen.

Wenn du auch eine Öl- oder Getreidemühle in der Nähe hast, fahr einfach vorbei und frage nach, wie du dort Zero Waste einkaufen kannst. Es lohnt sich 🙂

Preisniveau: € – €€€ (je nach Produkten)

Was brauche ich zum Einkaufen?

  • Flaschen, idealerweise mit genauer Mengenangabe. …Öle – für hochwertige Öle empfehlen die Produzenten dunkle Flaschen
  • Edelstahlbehälter, große Bügelgläser (bzw. alte Kunststoffboxen)gut verschließbar…Mehle, Nussmehle
  • Marmeladegläser, sauber ausgespült und mit Mengenangabe…Muse bzw. kleine Ölmengen

 

9.Apotheke

In der Apotheke gibt kannst du oft offene Teesorten kaufen. Doch auch Natron und Zitronensäure geben manche Apotheken gerne in deine eigenen Behälter! Vielleicht rührt deine Apotheke sogar noch selbst Salben an oder mischt pflanzliche Naturheilmittel. Frag einfach nach, was in der jeweiligen Filiale alles Zero Waste erhältlich ist!

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Preisniveau: €€ meiner Erfahrung nach fair

Was brauche ich dazu?

  • Schraub- oder Weckgläser…Natron, Zitronensäure
  • Große Boxen aus Metall oder alte Kunststoffboxen…Tee

10.Weitere Geschäfte

Süßwarengeschäft bzw. Schokoladenmanufaktur

Im Paradies für Naschkatzen kannst du mit ein bisschen Glück auch unverpackte Produkte erstehen.

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Fast immer im Offenverkauf: Pralinen

Manchmal gib es auch kleine, schokolierte Früchte, Gummibärchen oder Jelly Beans offen. Bei Schokoladenmanufakturen kannst du nach unverpackter Schokolade/Bruchschokolade fragen. Sei vorsichtig bei Schokolade, die in Vitrinen verkauft wird. Denn oft ist sie stark überteuert (ich habe einmal einen Preis von 6,00€ pro 100g gesehen – für Schokolade, die weder Bio noch Fairtrade war, lediglich Schweizer Herkunft).

Preisniveau: €€€

Was brauche ich zum Einkaufen?

  • Keksdosen, Marmeladegläser … für alles, je nachdem, wie viel du kaufen möchtest

Obst- und Gemüseläden

Hier ist der Übergang zum im vorigen Artikel „Zero Waste ohne Unverpacktladen? Unkonventionelle Alternativen zum klassischen Einkauf“ erwähnten „Einkauf beim Bauern“ fließend. Das Angebot ist in der Regel dasselbe, die Preise unterscheiden sich stark je nach Region.

Was brauche ich dazu? siehe Punkt (Markt)

Teegeschäft und Kaffeegeschäft

In Spezialitätengeschäften für Kaffee oder Tee bekommst du beides in ausreichender Menge. Ich kaufe stets losen Tee – wenn du das einmal probiert hast, wirst du nie wieder Beutel wollen. Da ich kein Kaffeetrinker bin, kann ich nur die Erfahrungen meiner Familie weitergeben. Kaffee schmeckt laut meiner Mutter am besten frisch gemahlen und aufgebrüht.

Das Preisniveau ist je nach Geschäft und Produkten sehr unterschiedlich. Ich habe es in meinem Teegeschäft als durchschnittlich erlebt, hingegen war das Kaffeegeschäft weitaus hochpreisiger.

Wichtig ist es, für Kaffee und Tee dicht schließende Dosen mitzunehmen, damit das Aroma nicht entweichen kann.

Orientalisches Geschäft & Asialaden

In orientalischen Geschäften gibt es oft Lebensmittel im Offenverkauf. Beispielsweise kannst du dort, ähnlich wie beim griechischen Marktstand, Oliven, eingelegtes Gemüse und frische Fladenbrote kaufen. Zudem bieten manche Geschäfte verschiedene Aufstriche und Feta an und haben oft auch jede Woche ihren Stand auf dem Wochenmarkt (siehe Punkt 1). Wer gerne Schraubgläser nutzt, findet im orientalischen Supermarkt auch eine breite Auswahl an gewürzen in ebendiesen Gläsern.

Asiatische Lebensmittelgeschäfte hingegen habe ich bisher eher als müllintensiv wahrgenommen. Der Löwenanteil der Produkte ist plastikverpackt. Doch von anderen Zero Wastern erfuhr ich, dass manche dieser Geschäfte auch Gemüse und Fleischalternativen, hauptsächlich Tofu, offen zum Verkauf anbieten.

Einziger Nachteil: Die Produkte sind hier in der Regel nicht kontrolliert biologisch angebaut und aus der Region.

Preisniveau:

Was brauche ich dazu? Zum Einkaufen braucht man wie immer Weckgläser, Edelstahlbehälter (bzw. alte Kunststoffboxen).

Mit diesem und dem vorigen Artikel hast du eine breite Auswahl, um die nächsten Wochen auch ohne Unverpacktladen über die Runden zu kommen. Fehlt dir noch eine Einkaufsmöglichkeit? Schreib mir einfach, damit ich sie ergänzen kann.

Ich werde nun urlaubsbedingt den nächsten Artikel zum Thema Zero Waste erst Anfang September herausbringen…sei gespannt!

Bis bald, genieße den Sommer 🙂

 

Dieser Artikel ist Teil der Linkparade von einfach.nachhaltig.besser leben. Ich kann es wirklich empfehlen, dort vorbeizuschauen, denn in der Linkparade sind viele spannende Beiträgerund ums Thema Zero Waste, Nachhaltigkeit und Selbermachen versammelt!

Quellen:

[0] Gerade Käsetheken bedeuten leider sehr viel Abfall im Hintergrund. Jeder Käselaib ist in Frischhaltefolie verpackt und wird in deine Büchse gefüllt, ohne dass ihn eine Menschenhand berührt hat. Doch bei aller Hygiene: Ich empfinde es als mindestens ebenso unhygienisch, wenn ich dann Fetzen von Frischhaltefolie an meinem Käse finde, weil die Verkäuferin den Käse schneidet, ohne die Folie zu entfernen. Nicht nur aus diesem Grund bin ich kein großer Käsefan 😉

[1] Produkte haben nur teilweise Bioqualität – das kann in deiner Stadt natürlich anders aussehen. Diesbezüglich ist der Markt in meiner Region natürlich noch ausbaufähig!

[2] Pflanzenmilch kann man auch selber machen. Doch nicht jeder möchte das bzw. verfügt über einen ausreichend leistungsstarken Pürierstab oder Mixer. Um auch Zero Waste Kunden die Wahl zu lassen, finde ich es daher durchaus angebracht, dass es diese Produkte auch unverpackt zumindest auf Vorbestellung zu kaufen gibt. Es wäre doch auch super, wenn man Pflanzenmilch frisch vor den Augen der Kunden im Laden herstellen könnte! Mit dem richtigen Mixer ist das ja kinderleicht.

[3] Im Schaukasten auf der Seite des Links ist das ganz gut zusammengefasst.

Meine Meinung betreffend den gesundheitlichen Aspekt weicht allerdings leicht davon ab: Ich kaufe auch keine PET-Mehrwegflaschen, da bei häufiger Nutzung, heißem Auswaschen, entstehenden Kratzern etc. das Material Schaden nehmen könnte. Ich bin diesbezüglich kein Experte, vermute aber, dass Plastikrückstände im Getränk nicht so gut sind…

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