„Nicht alles ist Mist“ – ein kompakter Guide für weniger Food Waste bei dir zu Hause

Kürzlich habe ich das Buch „Nicht alles ist Mist“ von Angelika Kirchmaier gelesen. Ich erhielt mein Exemplar in elektronischer Version, da ich ja momentan im Ausland bin und ich zudem aufgrund von Zero Waste verstärkt auf E-Versionen zurückgreife. Herzlichen Dank an Monika Resler für die Zusendung!

Zur Autorin

Angelika Kirchmaier arbeitet als eine der bekanntesten österreichischen Ernährungsexpertinnen auch seit 15 Jahren bei ORF Tirol und gibt dort Hinweise zu gesunder Ernährung und Kochen. Sie verfasste das Buch „Nicht alles ist Mist“, nachdem der Programmschwerpunkt „Mutter Erde – Lebensmittelverschwendung“ im April 2016[1] im Fernsehen auf großes Interesse stieß.

Was dich erwartet

Das Ziel des Buchs ist es, dir Informationen zur Reduktion von Food Waste im eigenen Haushalt zu geben. Daher ist der eigentliche Leseteil kurz gehalten, ein großer Teil des Buchs besteht aus spezifischen Informationen zur richtigen Lagerung und Erkennung von Verderb für verschiedenste Lebensmittelgruppen.

Dazu beginnt die Autorin mit einer Einführung und allgemeinen Daten und Fakten zum Thema Food Waste. Kirchmaier erklärt, aus welchen Gründen Food Waste in unseren Privathaushalten entsteht. Nun vermittelt das Buch zur Reduktion desselben Wissen zu Haltbarkeitsdaten, Lebensmittelsicherheit und Verderb von Lebensmitteln gibt. Danach erklärt Angelika Kirchmaier, wie Lebensmittel im Allgemeinen gelagert werden sollen.

Mit einem alphabetisch sortierten Verzeichnis im hinteren Teil, in dem du von Aceto Balsamico bis Zwetschgenröster alles Mögliche finden kannst, gelangst du zudem schnell zu den oben erwähnten spezifischen Kapiteln. Außerdem findet sich hinten noch ein Kapitel mit Rezepten, um Lebensmittelreste einfach kreativ zu verwenden.

Meine Meinung zum Buch

Meines Erachtens ist das Buch gut und einfach verständlich geschrieben. Auch wer noch kein Vorwissen und/oder nicht so großes Interesse am Thema hat, kann viel in kurzer Zeit erfahren. Im Buch wirst du dich schnell zurechtfinden und kannst die praktischen Tipps auch gleich umsetzen. Es eignet sich daher für einen breiten Kreis von LeserInnen und Lesern. Durch die Hinweise zur Lebensmittelsicherheit ist es auch für sehr sauberkeitsbewusste Menschen geeignet, die Lebensmittel oft wegen gesundheitlichen Bedenken wegwerfen. Das Buch fokussiert sich klar auf die sichere Reduktion von Food Waste, wenn auch teils andere Nachhaltigkeitsaspekte wie Regionalität angesprochen werden.

Nicht nur auf Vermeidung von Food Waste, sondern auch auf sichere Lagerung von Lebensmitteln und zum hygienischen Umgang damit wird großen Wert gelegt. Das ist einerseits positiv: Auch ich habe mich beim Lesen schon bei Angewohnheiten ertappt, wie z.B. den Löffel beim Erdnussmus in den Mund stecken und dann noch mal was rausnehmen, die zu schnellerem Verderb führen. Andererseits erscheinen manche Hinweise etwas übertrieben und führen zu Abfall, wie z.B. das Nutzen von Einweghandschuhen für Geflügel. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass aus Haftungsgründen eher zu strikte als zu lockere Hinweise zum sauberen Umgang mit Lebensmitteln gegeben wurden. Denn es wird auch angedeutet, dass durch verschärfte Hygienemassnahmen im professionellen Bereich die Probleme mit multiresistenten Keimen sich noch verschlimmert haben. Grundsätzlich ist der beste Schutz gegen verdorbene Lebensmittel, die nicht erkannt worden, immer noch ein gut trainiertes Immunsystem – wie auch das Buch erklärt.

Als Zero Waster lassen sich die Hinweise grundsätzlich gut umsetzen, ich passe nur die verwendeten Materialien an. So kaufe ich etwa das Gemüse gleich unverpackt statt in Plastik – das fördert Schimmel – und wickle empfindliche Sorten wie etwa Spargel in ein feuchtes Tuch statt in Küchenpapier ein.

Ausgezeichnet erklärt ist neben den Tipps zur allgemeinen Lagerung von Lebensmitteln auch die spezifische Lagerung in den einzelnen Kategorien. Wenn du dieses Wissen anwendest, sollte aus Gründen mangelnder Information zum Verderb und aus Lagerungsgründen bei dir zu Hause nichts mehr verloren gehen. Auch die Rezeptesektion gefällt mir sehr gut: Sie ist einfach aufgebaut, aber vielseitig. Dadurch, dass viele Zutaten variable Komponenten sind und du verwenden kannst, was gerade noch an Resten im Haus ist, lässt sich mit wenigen Zutaten jedes Mal aufs Neue ein abwechslungsreiches, leckeres Gericht kreieren. So kannst du nahezu alle Lebensmittelreste kreativ verwenden und das Zubereiten neuer Kreationen macht zudem noch Spaß!

Als wichtig sehe ich auch den allgemeinen Teil des Buchs an: Die Zahlen hier zeigen, dass viele Lebensmittel in österreichischen bzw. europäischen Haushalten aufgrund von mangelnder Planung und der Einstellung von Menschen zu Lebensmitteln verderben. Wenn du gar nicht erst so viel einkaufst, verlierst du die Übersicht über deine Vorräte nicht und somit verdirbt auch nichts. Mach dir außerdem bewusst, dass Lebensmittel etwas Wertvolles sind und nimm dieses Denken mit in deinen Alltag. Viele Menschen haben nicht so viel Lebensmittel wie wir – daher sollten wir auch aus ethischen Gründen bewusst damit umgehen und unseren Food Waste auf ein Minimum reduzieren. Für die reduzierte Menge an Lebensmitteln, die du zu Hause hast und mit Wertschätzung weiterverwendest, kannst du die Tipps zur Lagerung gut gebrauchen.

Meine Empfehlung

Wenn du gerne verlässliche Informationen zu Food Waste und alle Hinweise zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln in einem Buch haben möchtest, kann ich dir „Nicht alles ist Mist“ durchaus empfehlen! Du erhältst das Buch zum Beispiel hier.

„Nicht alles ist Mist“ entstand aus der Arbeit im Fernsehen im Rahmen des Zusammenschlusses „Mutter Erde“. Das ist eine Initiative des ORFs und führender Umweltschutzorganisationen in Österreich, darunter WWF, Naturfreunde und Global 2000. Jedes Jahr gibt es im Rahmen von „Mutter Erde“ einen anderen Themenschwerpunkt, bislang u.a. Bienen, der Klimawandel, Wasser und Food Waste. Weitere Infos zum Zusammenschluss kannst du hier finden.

Diese Initiativen haben eine große Reichweite und daher sehe ich auch das Fernsehen als sehr wichtig an, um Informationen zu Umweltthemen zu verbreiten! Selbst habe ich letzten Herbst eine spannende Reportage zum Thema „Wastecooking“ mit Porträts von verschiedenen Menschen und Organisationen gesehen, die im unternehmerischen oder sozialen Bereich an der Reduktion und kreativen Verwendung von Food Waste arbeiten[2].

 

Wie hat euch das Buchreview gefallen bzw. was sagt ihr zu diesem Buch?

Welche anderen Buchvorschläge zum Thema Food Waste habt ihr?

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Bis bald,

Kristina

Weiterführende Links und Quellen:

[1] https://united-against-waste.at/aktuelles/orf-umweltinitiative-mutter-erde-essen-verschwenden-ist-mist/

[2] https://der.orf.at/unternehmen/programmangebote/fernsehen/sendungen/sendungen-t-w/wastecooking100.html

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