Unterschiede im Reisanbau: Bio, konventionell und Gentechnik – Teil II

Vielen herzlichen Dank an das Beitragsbild and Quang Nguyen Vinh!

Vielleicht kennst auch du das „Dreckige Dutzend“ – Lebensmittel, die man nur aus ökologischem Landbau kaufen sollte, da sie ganz besonders hohe Pestizidbelastung aufweisen. Reis ist nicht darunter. Dennoch zeigen sich Unterschiede zwischen ökologisch angebautem und konventionellem Reis, die ich im folgenden Artikel ausführe. Zudem spreche ich die Bedeutung von Gentechnik und meine Empfehlung für deinen nächsten Reiskauf an.

Was für Reis wird gekauft?

Vom Umsatz her betrachtet kaufen Österreicher am meisten Milch, Eier, Kartoffeln und Frischgemüse aus kontrolliert biologischem Anbau[1]. Doch gerade bei Fleisch und Grundnahrungsmitteln wie Reis ist der Preis ein wichtigeres Entscheidungskriterium.

Embed from Getty Images

In Österreich liegt der Reiskonsum bei 6,2 kg pro Kopf und Jahr[2]. Wie viel davon wird biologisch angebaut? Verlässliche Zahlen dazu gibt es nicht. Jedoch zeigte meine Recherche, dass der Mars-Konzern 40% des österreichischen Marktanteils an Reis hält. Auch dessen Marke Uncle Ben’s bietet mittlerweile Bio-Produkte an. Doch der Großteil der Produkte, die im Supermarkt verkauft werden, sind nach wie vor konventionell. In Thailand habe ich es so erlebt, dass Bioreis praktisch nicht verkauft wurde – und wenn, dann in trendigen Läden in Downtown Bangkok, vakuumiert und doppelt so teuer. Manchmal war er auch in lokalen OTOP-Läden erhältlich, die regionale Produkte vertreiben. Ich kenne die übrigen asiatischen Märkte nicht näher, gehe aber davon aus, dass es sich dort ganz ähnlich verhält.

2. Unterschiede bei den verwendeten Sorten

Angebaute Sorten bio vs. konventionell

Für den Anbau von konventionellem Reis werden meist Hybridsorten verwendet[3]. Diese sind besonders ertragreich und mitunter resistent gegen Schädlinge. Von der Ernte jedoch kann man nicht mehr wie bei alten Sorten einen Teil aufbewahren und für die nächste Aussaat verwenden: Denn wenn man sie wieder einpflanzt, kommen alle möglichen Pflanzen dabei heraus. Die gewünschten Eigenschaften, die im ersten Hybridsaatgut vorhanden sind, bleiben jedoch aus. So muss wieder neues Saatgut gekauft werden, meist bei großen Saatgutkonzernen[4]. Dies treibt Bauern, welche neben dem Saatgut auch Pestizide und Düngemittel von diesen Unternehmen beziehen müssen, schnell in die Abhängigkeit[5]. Bei konventionellem Reis ist auch die im Bioanbau verbotene Gentechnik in einigen Anbauländern verbreitet.

Gentechnisch veränderte Sorten im Reisanbau

Bereits 2006 wurde in China und den US nicht zugelassener Reis angebaut[6] und auch nach Europa importiert, jedoch nicht in den Handel gebracht. Allgemein müsse in der EU gentechnisch veränderte Lebensmittel ausgezeichnet werden und der Gehalt von Gentechnik unter 0,9% liegen[7].

Golden Rice – Lösung für Vitamin A Unterversorgung?

Prominentestes Beispiel ist der sogenannte „Golden Rice“, welcher dazu entwickelt wurde, Vitamin A Mangel entgegen zu wirken[8]. Das klingt zunächst sinnvoll, da manche armen Menschen sich nur von Reis ernähren können und so zu wenig Vitamin A aufnehmen.

Embed from Getty Images

Bild: Das ist kein Golden Rice, sondern gewürzter Curryreis – sieht dem gentechnisch veränderten Produkt jedoch zum verwechseln ähnlich

Normalerweise enthält Reis kein Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A). Daher übertrugen Forscher je ein Gen aus einer Narzisse und aus dem Bakterium in Reis. Zum Einsatz muss der Reis dann noch mit regionalen Sorten gekreuzt werden, um ihn an lokale Gegebenheiten anzupassen[9].  Meines Erachtens geht dieser Lösungsansatz jedoch in eine falsche Richtung: Warum sollten Menschen nur Reis essen, der dann mit Vitamin A angereichert ist? Durch einseitige Ernährung können sich ja neben Vitamin-A-Mangel noch viele weitere Mangelerscheinungen ergeben. Bereits heute wird Vitamin-A-Mangel in diesen Ländern mit Tabletten bekämpft, was langfristig natürlich keine optimale Lösung ist. Wenn wir den Menschen Zugang zu vielseitigeren Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse sowie Nüssen und auch anderen Getreidesorten geben, ist das für sie wesentlich vorteilhafter und abwechslungsreicher! Meines Erachtens ist dies langfristig der einzig sinnvolle Weg.

Denn auch eine Überversorgung mit Vitamin A kann gefährlich sein. Bereits mit 50 g trockenem Reis lässt sich die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin A decken[10]. Das entspricht aber lediglich 180 Kalorien und damit nicht einmal einem Zehntel des durchschnittlichen Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Wenn wir davon ausgehen, dass Menschen in armen Ländern sich gezwungenermaßen hauptsächlich von Golden Rice ernähren würden, beobachten wir eine Überversorgung. Generell sind die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf die menschliche Gesundheit noch nicht geklärt[11]. Zudem besitzen meist große Unternehmen die Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut und die Pestizide, welche in immer höheren Dosen nachgekauft werden müssen. Laut verschiedener Quellen sind die Patente auf Golden Rice bereits freigekauft und würden ohne Lizenzgebühren an Kleinbauern abgegeben werden[12]. Wie die Unternehmen sich zu dieser gutmenschlichen Tat entschließen konnten und die Reispatente abgaben, fand ich durch meine Recherchen allerdings nicht ganz klar heraus.

Oben erwähnte Genmodifikation ist rein von den erwünschten Eigenschaften her vergleichsweise harmlos. Bei anderen Pflanzen wie etwa Mais, welcher durch ein von der Pflanze selbst produziertes Gift gegen Schädlinge resistent ist, gibt es noch wesentlich stärkere unmittelbare Gefahren zu beobachten. Pflanzen, die gegen bestimmte Pestizide resistent sind, welche dann in hohen Dosen gespritzt werden, fördern die Entwicklung sogenannter Superunkräuter[13]. 2016 wurde der von Bayer-Monsanto entwickelte gentechnisch veränderte Langkornreis LL Rice 691 mit ebendiesen Resistenzgenen in den USA offiziell genehmigt. Man wolle ihn jedoch nicht kommerziell verwerten[14]. Jedoch wurde bereits lange vor dieser Genehmigung immer wieder LL 601 in europäischen Produkten gefunden[15].

Das größte Problem bei grüner Gentechnik (=Gentechnik im landwirtschaftlichen Bereich): Wenn gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, kreuzen sie sich mit Wildpflanzen und breiten sich so aus. Neue Kombinationen mit möglicherweise unerwünschten Eigenschaften können entstehen. Dies gefährdet die natürliche Biodiversität und erinnert an ein Lottospiel[16]. Die neuen Pflanzen können ja ebenso wie Hybriden für Mensch und Umwelt gute oder schlechte Eigenschaften aufweisen. Gentechnisch veränderter Reis, welcher Insektengift produziert, steht beispielsweise im Verdacht, Allergien beim Menschen auszulösen[17]. Bei Reis überwiegt die Selbstbefruchtung laut verschiedenen Quellen, mitunter kreuzen sich jedoch auch Kultur- und Wildreissorten[18]. Somit ist es nicht ausgeschlossen, dass gentechnisch veränderter Reis sich in der natürlichen Umwelt verbreitet.

Alles in allem ist Gentechnik im landwirtschaftlichen Bereich daher durchaus kritisch zu sehen!

Arsen und Mineralöl im Vollkornreis

Spuren von Mineralöl sind besonders im Vollkornreis auf ungeeignete Verpackungen zurückzuführen (Teil I). Arsen hingegen wird vom Reis besonders durch den Boden aufgenommen. Seit 2016 gelten in der EU immerhin strikte Grenzwerte. Für geringeren Arsengehalt wird empfohlen, Reis vor dem Garen zu waschen und nicht die Quellmethode zu verwenden[19]. Allerdings ist bei nicht übermäßigem Reiskonsum von kontrolliertem Reis nicht von ernsthaften gesundheitlichen Gefahren auszugehen. Besonders hoch ist der Grenzwert für Reiswaffeln angesetzt (0,3 mg/kg), sodass es zu empfehlen ist, gerade Kindern nicht zu häufig Reiswaffeln zum Knabbern zu geben. Die Grenzwerte für weißen Reis (0,2 mg/kg) sind etwas niedriger als jene für Parboiled- oder Vollkornreis (0,25 mg/kg).

2.Unterschiede im Anbau

Nassreis vs. Trockenzeit

Wie in Teil 1 erwähnt, wird Reis meist im Nassanbau angebaut. Gerade beim ökologischen Reisanbau ist Trockenanbau jedoch noch weiter verbreitet, wie etwa in Österreich[20]. Reis aus Niederösterreich wird beispielsweise seit letztem Jahr (2018) kontrolliert biologisch angebaut. Im Trockenanbau sind zwar die Erträge geringer, jedoch weist er im Hinblick auf Nachhaltigkeit gerade in niederschlagsärmeren Regionen wesentliche Vorteile gegenüber dem Nassreisanbau auf. Die 3000 bis 5000 Liter Wasser, die so in einem Kilo Reis stecken, fehlen nämlich anderswo. So leidet die örtliche Wasserversorgung[21]. In den Tropen und Subtropen lassen sich normalerweise die Regenmengen vom Monsun nutzen.

Biodiversität

Reisanbau kann die Biodiversität fördern, da gerade in gefluteten Reisfeldern verschiedene Tiere und andere Pflanzen einen Lebensraum finden können. Allerdings nur, wenn keine Pestizide angewandt werden, welche eben dieses Leben gefährden und das Reisfelder zu einer Monokultur machen. In einem japanischen Anbauprojekt auf der Insel Hokkaido werden Reisfelder nach der Ernte geflutet, um Würmer und andere aquatischen Organismen einen Lebensraum zu bieten. Dies wirkt sich wieder positiv auf die nächste Reissaison aus[22]. In der Schweiz zeigt sich in Feldversuchen, dass bedrohte Tierarten und 17 Libellenarten Unterschlupf im nassen Reisfeld finden und so vor dem Verschwinden bewahrt werden können[23]. So zeigt sich auch, dass Trocken- und Nassreisanbau verschiedene Vor- und Nachteile hat. Es gilt, je nach Standort eine geeignete Anbaumethode zu finden und damit zu experimentieren.

Methan

Doch Reisanbau hat durch die Produktion von Methan auch direkt Auswirkungen auf das Klima: Besonders im Nassreisanbau entstehen große Mengen des Treibhausgases[24], da Mikroorganismen die nicht abgeernteten, verrottenden Anteile der Reispflanze zersetzen und so 10% des gesamten Methans weltweit produzieren[25]. Durch nachhaltigere Anbaumethoden kann die Methanproduktion jedoch gesenkt werden. Dazu wurde 2011 die SRP, eine Plattform für nachhaltigen Reis ins Leben gerufen, welche einen Standard für nachhaltigere Reisproduktion entwickelte. Dieser wird hauptsächlich Stakeholdern in der Reisproduktion verwendet, ist dem Konsumenten aber kaum bekannt. Da Konsumenten anders als bei Produkten wie Palmöl auch kaum Gedanken um nachhaltige Reisproduktion machen, entstand der Standard auch erst relativ spät.

Mit einem umfassenden Punktesystem wird berechnet, wie nachhaltig eine Station der Wertschöpfungskette ist. Für jedes Thema, z.B. Saatkalender, gibt es einige zu beachtende, präzise formulierte Kriterien, für welche Punkte verteilt werden. Diese transferieren sich dann in Reis, welcher je nach Punkteanzahl als „Working towards sustainable rice cultivation“ und „Sustainably cultivated Rice“ bezeichnet wird[26]. Der Standard ist in jedem Fall ein Schritt zur Verbesserung, allerdings nicht zu verwechseln mit einem Bio-Label. Bei genauer Betrachtung fallen viele Schlupflöcher auf, beispielsweise was den Umgang mit Fungiziden angeht: Ein Reisbauer erhält gleich viele Punkte, wenn er einfach alle Kriterien beachtet, welche zur Fungizidanwendung vorgegeben sind, anstelle des Verzichts auf die Anwendung[27]. So kann man je nach Reisbauer unterschiedlichen Reis erhalten, da SRP ja nur die insgesamte Punkteanzahl zählt. Meines Erachtens eignet sich eine Kombination beider Labels gut, da SRP vieles abdeckt, was nicht von jedem staatlichen Biosiegel angesprochen wird und auch soziale Kriterien miteinbezieht. Jedoch kann nur ein Biosiegel die Sicherheit geben, dass der Reis frei von unerwünschten Pestiziden angebaut wird.

Pestizide

In konventionellem Reisanbau und auch bei SRP-Labels dürfen verschiedene synthetische Pestizide verwendet werden. Dies wirkt sich besonders bei Nassreisanbau nachteilig auf die Umwelt aus, da die Pestizide so noch weiter fortgeschwemmt werden und Gewässer verunreinigen. Im Folgenden stelle ich eine Liste der Pestizide auf, welche im konventionellen Reisanbau genutzt werden[28].

Embed from Getty Images

Bild: Ausbringung von Pestiziden auf einem Reisfeld in Thailand

Tricyclazol: ein Mittel gegen Pilzbefall, welches vorwiegend im Reisanbau verwendet wird. In der Europäischen Union ist es nicht zugelassen. Zudem sind keine Daten zu gesundheitlichen Auswirkungen verfügbar[29].

Carbendazim: Wirkt ebenfalls gegen Pilzbefall. Die Nutzung dieses Mittels ist weltweit weit verbreitet, jedoch ist es in der EU nicht mehr zugelassen[30]. Carbendazim kann Gendefekte hervorrufen und wirkt auch längerfristig „sehr toxisch“ auf Wasserorganismen. Zudem kann es die Fruchtbarkeit sowie ungeborenes Leben schädigen[31].

Thiamethoxam: Ein Insektenabwehrmittel, welches zur Gruppe der in Verruf geratenen Neonicotinoide zählt, da es stark bienenschädigend wirkt[32]. Für die Verwendung desselben gibt es seit 2013 in der EU genaue Vorschriften, jedoch kein vollständiges Verbot[33]. So ist beispielsweise die Anwendung in Gewächshäusern oder nach der Blüte noch erlaubt. Thiamethoxam ist auch langfristig sehr gefährlich für Wasserorganismen.

Isioprothiolan: Ein Fungizid, welches besonders im Reisanbau verwendet wird. In der EU sind Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff nicht zugelassen[34].

Phosphan/Phosphin: Ein Begasungsmittel gegen Vorratsschädlinge, welches nach der Ernte verwendet wird. Es ist generell nur für konventionell erzeugte Ware zulässig und weist laut ECHA bei Einatmung große Gefahren für Gesundheit auf, zudem schädigt es Wasserorganismen[35]. Das Gift wirkt stark auf Säugetieren und Insekten auch in niedrigen Konzentrationen[36]. In der EU ist Verwendung und Herstellung noch erlaubt. Während der Lagerung baut sich dieses Gas ab, sodass es in fertigem Reis keine Gefahren für die Gesundheit mehr aufweist.

Methylbromid/Brommehtan: Ebenfalls ein Begasungsmittel gegen Vorratsschädlinge, welches in der EU bereits verboten ist. Es ist giftig, schädigt das Nervensystem, Wasserorganismen und auch die Ozonschicht[37]. Dennoch ist die Verwendung in reisproduzierenden Ländern wie Indien und Pakistan immer noch erlaubt[38]. Auch außerhalb des Reisanbaus ist die Verwendung dieses Gases zur Schädlingsbekämpfung auf landwirtschaftlichen Flächen, z.B. in den USA immer noch verbreitet[39].

Aflatoxin B1: Entsteht bei zu feuchter Lagerung durch Schimmelpilze, nicht durch Pestizide. Dennoch kann es sich gesundheitsschädlich auswirken.

So zeigt sich, dass im Reisanbau eine große Bandbreite an Pestiziden verwendet wird. Was hat das nun für Auswirkungen auf uns als Konsumenten? Wir wissen es nicht, da Reis einerseits nicht unser Hauptnahrungsmittel ist und andererseits nicht alle dieser Pestizide auch in konventionellem Reis und Reisprodukten nachgewiesen werden[40]. Bei einer Testserie von 15 Proben Reis (10 konventionell, 5 ökologische Landwirtschaft) 2010 durch das Untersuchungsamt Baden-Württemberg wurden lediglich in einer von 15 Proben, welche aus der ganzen Welt stammten, eine Überschreitung der erlaubten Höchstmenge an Pestizidrückständen festgestellt. Dabei wurden 12 Basmati- und 3 Jasmin/Langkornreissorten verwendet.

Bei konventionellem Reis wurden in 70% der Proben Rückstände festgestellt, mit einem mittleren Gesamtpestizidgehalt von 0,032 mg/kg und rund 1,9 verschiedenen Stoffen pro Probe.

Ökologisch angebauter Reis wies in 60% aller Proben Rückstände auf, mit einem mittleren Gesamtpestizidgehalt von 0,007 mg/kg und rund 0,8 verschiedenen Stoffen pro Probe.[41]

3. Meine Meinung und Kaufempfehlung

Insgesamt stellt das Labor bei Reis eine im Vergleich zu konventionell angebautem Obst und Gemüse eher geringe Rückstände fest[42]. Dennoch ist auch biologisch angebauter Reis nicht komplett frei von Rückständen. So ist es für die eigene Gesundheit und jene des Planeten keineswegs egal, welchen Reis man kauft! Denn die Rückstandsmenge in Bioreis ist in diesem Test um mehr als das Vierfache geringer als in konventionellem Reis. Zudem befinden sich weniger verschiedene Rückstände pro Probe in biologisch angebautem Reis. Dies ist ein nicht zu unterschätzendes Argument, denn es sind lediglich die Wirkungen einzelner Wirkstoffe bekannt, jedoch wurde die Wirkung von verschiedenen Pestiziden in Kombination noch weniger genau erforscht. Oft sind sie additiv oder synergieren mit anderen Pestiziden, synthetischen Stoffen oder Pflanzenhormone bzw. Nährstoffen sowie Kontextbedingungen (Temperatur, Salzgehalt des Wassers,…)[43].

Gründe für Rückstände in Bioprodukten sind der Eintrag von konventionell bewirtschafteten Feldern, eventuell Vermischung mit konventionellen Produkten oder Rückständen derselben in der Verarbeitung sowie eine verbotene Pestizidanwendung.

Zu beachten ist jedenfalls, dass in Laboren nur die Rückstände in fertigen Produkten festgestellt wurden. Zur tatsächlichen Anwendungsmenge und deren Auswirkungen auf die lokale Umwelt wird durch diese Konsumententests keine Aussage gemacht. Fest steht allerdings, dass wir durch den Kauf von biologisch angebautem Reis die eingebrachte Pestizidmenge aktiv verringern können. Denn je mehr Reis ökologisch angebaut wird, desto weniger Verunreinigungen durch Pestizide ergeben sich in der Ernte und in der Umwelt. Zudem kannst du durch den Kauf von Bio-Reis gentechnisch veränderten Reis vermeiden.

Somit empfehle ich: Achte beim Kauf von Reis und Reisprodukten auf ein staatlich anerkanntes Biosiegel! Das EU-Biosiegel ist für alle europäischen Konsumenten ein verlässlicher erster Indikator. Aufgrund der strengeren Kriterien ziehe ich zusätzlich auf demeter-Produkte vor, wenn möglich.

biosiegel

Das EU-Biosiegel (oben Mitte, Blatt auf grünem Rechteck) ist als verpflichtender Indikator auf allen ökologisch angebauten Produkten, welche in der EU verkauft werden, hilfreich als erste Basis für eine gute Kaufentscheidung!

Da dieser Artikel nun etwas länger als geplant wurde, entschied ich mich, Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit, Herkunft, Zero Waste und eine generelle Umweltbilanz in Teil III mit aufzunehmen. Hier möchte ich zudem Food Waste bei Reis ansprechen, der meiner Beobachtung nach besonders in Asien sehr groß ist! Die Recherche wird uns die tatsächlichen Mengen in Europa, Asien und auf der ganzen Welt zeigen. Bis zur nächsten Woche!

Quellen und weitere Literatur:

[1] https://www.derstandard.at/story/2000097885377/oesterreicher-wollen-bio-essen-aber-konventionell-zahlen

[2] https://issuu.com/wirtschaftsverlag/docs/hz_2013_web/10

[3] https://rii-jii.de/bio-fairtrade/

[4] https://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/sk0202e4.html

[5] https://mehralsgruenzeug.com/biologischer-reisanbau-werbung/

[6] https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft-gentechnik/gentechnik-lebensmitteln/chronologie-des-gen-reis-skandals

[7] https://www.global2000.at/gentechnisch-veraenderte-lebensmittel

[8] https://www.transgen.de/forschung/428.goldener-reis-vitamin-augenerkrankungen.html

[9] https://www.transgen.de/forschung/428.goldener-reis-vitamin-augenerkrankungen.html

[10] https://taz.de/Zellbiologe-ueber-Golden-Rice/!5037038/

[11] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/gentechnik-risiken-fuer-die-umwelt-5168

[12] https://www.max-wissen.de/Fachwissen/show/4312

[13] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/gentechnik-risiken-fuer-die-umwelt-5168

[14] https://www.news.at/a/usa-anbau-bayer-genreis-ll-rice-601-157658

[15] https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft-gentechnik/gentechnik-lebensmitteln/chronologie-des-gen-reis-skandals

[16] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/gentechnik-risiken-fuer-die-umwelt-5168

[17] https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft-gentechnik/gentechnik-lebensmitteln/chronologie-des-gen-reis-skandals

[18] https://www.transgen.de/lexikon-nutzpflanzen/1903.reis.html

[19] https://www.foodwatch.org/de/informieren/arsen-in-reis/arsen-in-reis-was-sie-wissen-muessen/

[20] https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/05/reis-aus-oesterreich.html

[21] https://www.konsument.at/reisproduktion102018

[22] https://www.japanfs.org/en/news/archives/news_id035057.html

[23] https://houseofswitzerland.org/de/swissstories/umwelt/reis-tofu-und-suesskartoffeln-die-schweizer-landwirtschaft-geht-neue-wege

[24] https://www.fr.de/wissen/reis-klima-belastet-11052729.html

[25] https://dqs-cfs.com/de/2016/01/sustainable-rice-platform-standard-fuer-den-nachhaltigen-reisanbau-veroeffentlicht/

[26] http://www.sustainablerice.org/assets/docs/SRP%20Standard%20Version%202.0%20Final.pdf

[27] http://www.sustainablerice.org/assets/docs/SRP%20Standard%20Version%202.0%20Final.pdf S. 27

[28] https://www.merkur.de/leben/genuss/stiftung-warentest-basmati-reis-dieser-discounter-gewinnt-bekannte-marken-enttaeuschen-zr-10180469.html

[29] https://www.test.de/Basmati-Reis-im-Test-4118269-4118277/

[30] https://de.wikipedia.org/wiki/Carbendazim

[31] https://echa.europa.eu/information-on-chemicals/cl-inventory-database/-/discli/details/122327

[32] https://www.test.de/Basmati-Reis-im-Test-4118269-4118277/

[33] https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2018-05/cp180068de.pdf

[34] https://de.wikipedia.org/wiki/Isoprothiolan

[35] https://echa.europa.eu/substance-information/-/substanceinfo/100.110.746

[36] https://de.wikipedia.org/wiki/Monophosphan#Verwendung

[37] http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/031600.xml?f=templates$fn=default-doc.htm$3.0

[38] https://www.test.de/Basmati-Reis-im-Test-4118269-4118277/

[39] https://de.wikipedia.org/wiki/Brommethan

[40] http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=1354&Pdf=No

[41] http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=1354&Pdf=No

[42] http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=1354&Pdf=No

[43] https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/Mfb_1.pdf S.4

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s