Todesfälle und Konsequenzen: COVID-19 vs. Umweltprobleme

Das waren noch Zeiten, als Corona einfach nur ein importiertes Bier war, das ich an der Bar links stehen gelassen habe… (Ganz ehrlich, ich mag Cider einfach lieber.)

Corona, Corona, Corona: Egal, welche Zeitung man aufschlägt oder welchen TV-Kanal man einschaltet, überall hört man nur noch von diesem Virus. Ich habe überlegt, ob ich selbst überhaupt noch etwas dazu schreiben soll. Ist das denn notwendig? Eindeutig ja. Denn in der aktuellen Berichterstattung fehlen wesentliche Informationen und Vergleiche.


Dieser Artikel wird das Thema von einer anderen Seite beleuchten.

Teil I – Zahlen und Fakten zum Coronavirus

Menschliche Todesfälle

Offiziell gibt es bisher weltweit 168 019 bestätigte Coronavirusfälle. Davon sind 6610 gestorben[1] (Stand 16.03.2020). Die Bevölkerung weltweit zählt bekanntlich 7,78 Milliarden Menschen[2].

Wir können mit einfachen Rechnungen folgendes feststellen:

Die Letalität liegt bei rund 3,9%. (6610/168019).

Bislang sind etwa 2,1*10-5 Menschen infiziert.

Am 18.03.2020 sieht es wie folgt aus:

198 214 Infizierte, 7965 Tote

Letalität: 4%

Infizierte: 2,5*10-5

Die Zahlen sehen besonders im Tagesvergleich besorgniserregend aus. Ich möchte das Virus auch mit meinen weiteren Vergleichen keineswegs bagatellisieren. Wir wissen nicht, wie es genau weitergehen wird – doch in den nächsten Tagen und Wochen werden aufgrund der langen Inkubationszeit vermutlich noch weitere Anstiege zu verzeichnen sein. Der Peak der Infektionswelle ist noch nicht in allen Ländern erreicht.

Doch auch wenn es momentan so scheint – Menschen sterben nicht nur aufgrund des Coronavirus. Sondern auch aufgrund von Verkehrsunfällen oder Umweltproblemen wie zum Beispiel Smog.

Todesfälle durch vom Menschen verursachte Umweltprobleme

Daher habe ich mir zum Vergleich die Todesfälle in diesen Kategorien angesehen:

Laut einer Studie der WHO sterben 7 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von verschmutzter Luft und Smog. Insgesamt atmen weltweit 90% der Menschen Luft ein, die eine zu hohe Schadstoffbelastung aufweist[3]. Ich habe selbst erlebt, wie dies die Lebensqualität einschränkt. Während der Smogtage in Bangkok konnte ich keinen Sport draußen machen und verwendete eine Maske für den Weg von meinem Apartment zur Universität.

Zudem sterben jährlich rund 3,4 Millionen Menschen durch verschmutztes Wasser. Bereits heute sind 323 Millionen Menschen gefährdet, durch verschmutztes Wasser an Krankheiten wie Cholera und Typhus zu erkranken[4].

Auch der Klimawandel ist für viele Todesfälle weltweit verantwortlich: Die WHO rechnet damit, dass zwischen 2030 und 2050 jedes Jahr 250 000 Menschen mehr durch Hitzewellen, Wirbelstürme und weitere Auswirkungen des Klimawandels sterben werden[5]. Aktuell sterben sogar in Mitteleuropa durch die immer auftretenden Hitzewellen jährlich tausende von Menschen.

Eine Studie der Global Alliance on Health and Pollution spricht von 8,3 Millionen Toten insgesamt durch Umweltverschmutzung[6] (2017), was nicht komplett mit den oben erwähnten Zahlen übereinstimmt. Das liegt vermutlich an einer abweichenden Definition von Umweltverschmutzung.

Dennoch stellt auch diese Studie fest, dass einer von sieben Toten an Umweltverschmutzung oder deren Folgen stirbt!

Todesfälle bei Tieren bzw. Tod allein durch Schlachtungen

Was in all diesen Zahlen noch nicht einmal inkludiert ist: Die Tiere, die ebenfalls an der zunehmenden Umweltverschmutzung und am Klimawandel sterben.

Doch auch die Tiere, die bewusst getötet werden, damit Menschen täglich billiges Fleisch, Milch und Eier essen können, werden sehr selten erwähnt.

Weltweit waren es 45 Milliarden Tiere, die für den menschlichen Konsum geschlachtet wurden – und das 1998[7].

2014 waren es bereits 60 Milliarden Tiere, die deswegen ihr Leben lassen mussten[8].

Für diese Todesfälle interessiert sich keiner. Und das, obwohl dieser unverhältnismäßige Konsum tierischer „Produkte“ den Klimawandel sowie viele weitere Umweltprobleme wie Desertifikation, Food Waste, Energieverbrauch,… noch weiter verschärft.

Keine Zeitung berichtet über die 19 178 Smogtoten täglich. Von den 164 Millionen Tieren, die täglich nur für menschlichen Verzehr getötet werden, höre und lese ich nirgendwo etwas.

Doch jeder einzelne Coronavirusfall wird nach Möglichkeit in den Medien akribisch aufgerollt und in die ganze Welt hinausposaunt.

Auch die Lebensweise der Menschen hat sich drastisch verändert: Ganze Länder sind abgesperrt, Grenzen werden dicht gemacht. Menschen tätigen Hamsterkäufe und bleiben bis auf dringend notwendige Besorgungen zu Hause.

Warum ändern wir unsere Lebensweise so stark aufgrund einer Pandemie, sind aber nicht bereit, es für Phänomene zu tun, die unser Leben genauso bedrohen?

Warum ziehen Staaten und Menschen keine Konsequenzen aus der andauernden Umweltzerstörung und handeln mit so branchialen Methoden dagegen, wie aktuell gegen den Coronavirus?

Keiner hätte es unter normalen Umständen durchgesetzt, den Flugverkehr wegen des Klimawandels derart drastisch zu reduzieren. Keiner hätte die andauernden Rodungen des Regenwalds beenden können. Doch nun haben wir eine Pandemie – und schwupps sind schon ganze Städte abgeriegelt und Versammlungsverbote verhängt.

Diese Fragen sollen nicht den Zweck haben, die Gefährlichkeit des noch relativ unbekannten Erregers zu bagatellisieren. Zweifellos sind drastische Maßnahmen, die auch westliche Demokratien einschränken, kurzfristig sinnvoll, um eine weitere Verbreitung des Erregers zu stoppen. Doch drastische Maßnahmen wären genauso sinnvoll, um dringende, oben erwähnte Umweltprobleme zu bekämpfen. Wenn wir den Klimawandel stoppen und Smog aus unseren Städten verbannen, können wir sehr viele Leben retten, Geld sparen und unseren Kindern die Zukunft geben, die sie verdient haben.

Meine Argumentation möchte also nur aufzeigen, dass unser Leben durch unsere unverantwortliche Lebensweise insgesamt stärker bedroht ist als durch ein Virus.

Bitte schreibt in die Kommentare, wie euch dieser sehr spontane Artikel gefallen hat und was ihr über die Problematik denkt. Möglicherweise werde ich noch weitere Artikel zu diesem Thema veröffentlichen, das die Welt nach wie vor in Atem hält.

Quellen:

Beitragsbild: Vielen Dank an Pete Linforth! (Pixabay)

[1] https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd

[2] https://countrymeters.info/de/World

[3] https://www.welt.de/gesundheit/article175982176/Luftverschmutzung-Sieben-Millionen-Menschen-sterben-daran-im-Jahr.html

[4] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2016-08/un-weltweit-millionen-tote-durch-verunreinigtes-wasser/

[5] https://www.wiwo.de/technologie/green/tod-durch-klimawandel-who-geht-ab-2030-von-jaehrlich-250-000-klima-opfern-mehr-aus/13550772.html

[6] https://gahp.net/wp-content/uploads/2019/12/PollutionandHealthMetrics-final-12_18_2019.pdf

[7] https://www.swissveg.ch/node/26

[8] https://www.derwesten.de/panorama/60-milliarden-tiere-werden-getoetet-um-gegessen-zu-werden-id8853722.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s