Zero Waste Backen

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Wer bäckt nicht gerne einen leckeren Kuchen? Im Frühling gibt es genug Gründe dafür: Denn die Rhabarbarsaison beginnt! Auch Beeren und Kirschen lassen nun nicht mehr lange auf sich warten. Und Schokokuchen geht sowieso immer 😊

Daher habe ich in dieser Serie die besten Tipps zum abfallfreien, pflanzlichen und umweltfreundlichen Backen zusammengestellt! Ich habe daraus drei verschiedene Artikel gemacht, damit das Ganze nicht zu lange zum Lesen wird.

Viel Spaß damit!

Teil I – Zero Waste Backen

Teil II – Pflanzliches Backen

Teil III – Einfach nachhaltig Backen

Teil I – Zero Waste Backen

Zero Waste backen ist gar nicht schwer. Meist braucht man dafür nämlich gar nichts. Man muss nur was weglassen. Den Abfall. Das macht Spaß, sieht gut aus und spart sogar Geld!

Eins vorweg: Damit wir wirklich effektiv Zero Waste backen können, empfehle ich dir, die Zutaten unverpackt einzukaufen. Denn hier entsteht der meiste Abfall! Meine Tipps und Tricks dazu verrate ich dir hier.

Im zweiten Teil geht es dann darum, wie du beim Backen selber Abfall vermeiden kannst. Mit diesen „Lifehacks“ kannst du nicht nur Abfall, sondern auch Geld sparen!

Inhalt:

  1. Zero Waste Zutaten

  • Wie kaufe ich meine Backzutaten ein?

  • Zutaten, die du einfach selber machen oder ersetzen kannst

  1. Zero Waste beim Backen

  2. Zero Food Waste beim Backen

Zero Waste Zutaten

Generell kaufe ich die meisten Zero Waste Zutaten im Unverpacktladen – doch es gibt auch viele andere Möglichkeiten, Zero Waste einzukaufen: Die folgenden zwei Artikel geben dir viele hilfreiche Anregungen dazu:

Zero Waste ohne Unverpacktladen – 10 klassische Alternativen

Zero Waste ohne Unverpacktladen – 10 unkonventionelle Alternativen

Wie kaufe ich meine Backzutaten ein?

Meine Basics

  • Mehl – frischgemahlen im Bioladen, weißes Mehl im Unverpacktladen. Großpackungen (ab 10 kg) lohnen sich, wenn du viel bäckst!
  • Zucker – nutze ich kaum, aber empfehle den Unverpacktladen. Wenn du viel backst oder mit Freunden teilst, lohnen sich Großpackungen (5-10 kg)
  • Pflanzenöl (Raps oder Sonnenblume, geschmacksneutral) – hole ich beim Unverpacktladen.
  • Salz – Unverpacktladen
  • Nüsse – Unverpacktladen oder Ölmühle, Markt
  • Natron – Apotheke
  • Essig – Unverpacktladen, oder vom Bioladen (Apfelessig gibt es dort in Pfandflaschen!)
  • Pflanzenmilch – mache ich selber. Am liebsten Hafer oder Soja. Meine Familie greift oft auf Demeter-Kuhmilch in Glaspfandflaschen zurück.
  • Kakaopulver ungesüßt – Unverpacktladen – einer meiner Essentials!

Weitere Zutaten

  • Trockenfrüchte – Unverpacktladen
  • Birkenzucker (Xylit) – teile ich mit einer Freundin, die sich regelmäßig Großpackungen (ca. 5 kg) bestellt
  • Schokolade – Unverpacktladen, manchmal auch Spezialitätengeschäft
  • Hefe – Trockenhefe aus dem Unverpacktladen
  • Nussmehl – hole ich von unserer Ölmühle, die einen kleinen Unverpacktladen hat
  • Stärke – Unverpackladen
  • Gewürze – Unverpacktladen, manchmal türkisches Lebensmittelgeschäft (dort gibt es viele Gewürze in Gläsern, leider nicht Pfand)
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Foto: Nüsse kann man in manchen Ländern auch auf dem Markt kaufen!

=> Weil ich gerne zum Unverpacktladen gehe und viele Zutaten sehr lange lagern kann, kaufe ich auch viele trockene Backzutaten dort. Wenn das für dich nicht geht: Schau einfach in die Artikel oben, hier findest du gute Alternativen!

Zutaten, die du einfach selber machen oder ersetzen kannst

Vielleicht hast du gemerkt, dass in dieser Liste nur wenige, ausgewählte Zutaten vorkommen. Was mache ich mit dem Rest? Wo bleiben denn Backpulver, Vanillezucker und Co?

Folgende Tipps helfen mir, beim Backen unnötigen Aufwand, Abfall und teure Zutaten zu sparen. Viele Zutaten, die in Backbüchern erwähnt werden, kann man einfach austauschen! So werden Rezepte kompatibler für einen simplen und kostengünstigen Zero Waste Küchenschrank[1].

  • Natron statt Backpulver: Backpulver ist unnötig teuer und meist in winzig kleinen Briefchen abgepackt. Natron ist die Alternative der Wahl: Es ist billig, du kannst es oft sogar in der Apotheke in deinem eigenen Glas kaufen und hat denselben Effekt wie Backpulver. Zudem kannst du es für viele andere Zero Waste Produkte gut gebrauchen (LINK SMART). Du musst es dazu vor dem Backvorgang lediglich gut mit Mehl vermischen und ein Säuerungsmittel (z.B. Essig oder Zitronensaft) verwenden, damit das Gebäck wie gewünscht aufgeht.
  • Zucker mahlen statt Puderzucker kaufen: Beim Keksebacken vor Weihnachten ist mir das zum ersten Mal aufgefallen. Puderzucker ist stets in kleineren Packungen abgepackt und teurer als normaler Zucker. Dabei ist es einfach nur feiner Zucker! Deswegen habe ich begonnen, meinen Zucker einfach selbst zu mahlen. Mit einem leistungsstarken Smoothiemixer geht das ganz leicht. Manche Mixer haben sogar einen speziellen Aufsatz, in dem du Nüsse, Zucker, Gewürze etc. fein mahlen kannst.
  • Zuckermischungen selber machen statt Vanillezucker etc – Mit Vanille bzw. Vanillinzucker verhält es sich fast gleich wie mit Backpulver. Er wird in winzigen Briefchen verkauft und ist viel zu teuer. Ich mache Zuckermischungen selber, wenn ich sie brauche. Vanillezucker lässt sich mit Vanilleschoten oder Vanillepulver herstellen – wobei diese beiden Produkte leider nicht in jedem Unverpacktladen erhältlich sind. Ein Bioladen in meiner Nähe verkauft Vanillepulver in kleinen Gläschen, das reicht für eine Zeit lang, ist ergiebiger und leichter zu handhaben als eine Vanilleschote. Orangen- und Zitronenzucker stelle ich mit getrockneten Schalen (nur aus Bio-Anbau!) her.
  • Trockenhefe statt Frischhefe: Manche Unverpacktläden verkaufen Trockenhefe. Sie ist günstig, hält sich sehr lange und bei richtiger Anwendung wirkt sie genauso gut wie Frischhefe. Diese hingegen wird meist in einzeln verpackten Würfeln verkauft. Mir ist sie im Kühlschrank häufig verdorben, weswegen ich Trockenhefe vorziehe. Manche Zero Waste fragen auch beim Bäcker nach Frischhefe!
  • Echte Orangen und Zitronen statt Orangen- und Zitronenzesten aus der Packung/Orangeat u.a. kandierte Früchte: Ja, es gibt sie, diese winzigen Briefchen, noch kleiner als Vanillezucker oder Backpulver und mindestens genauso teuer. Orangen- und Zitronenzesten, fein gerieben. Das Geld dafür kannst du dir sparen, indem du echte Schalen von kontrolliert biologisch angebauten Orangen und Zitronen nimmst und sie fein reibst, entweder auf einer Reibe oder mittels Smoothiemixer.

Auch kandierte Früchte kannst du ganz einfach selber machen und so Verpackung und Geld sparen.

Das spart auch Food Waste ein, denn du verwendest für Orangeat und Zitronat Schalen, die du sonst entsorgen hättest müssen!

Zero Waste beim Backen

  1. Ohne Frischhaltefolie – nimm einen Deckel

Weglassen: Folie

Alternative: Schale + Deckel oder Teller, fest verschließbare Box, Wachstücher

Frischhaltefolie besteht aus Plastik, kann nicht wiederverwendet werden und kostet Geld. Ein Produkt, welches leider immer noch viel zu oft im privaten und professionellen Gebrauch verwendet wird. Es empfehlen leider noch immer viel zu viele Kochbücher, den Teig vor dem Gehen mit Frischhaltefolie abzudecken, etc.

Doch Frischhaltefolie ist zum Glück beim Backen und beim Kochen komplett unnötig. Denn sicher und sauber abdecken kannst du deinen Teig auch in einer luftdichten Schüssel oder ganz einfach mit Schale und Teller. Wachstücher kannst du auch verwenden, wenn du magst. Es ist aber meines Erachtens nicht zwingend notwendig, welche zu kaufen.

  1. Ohne Alufolie

Weglassen: Alufolie

Alternative: Deckel, Boxen, Wachstuch

Alufolie ist nicht nur ein teures Einwegprodukt, sondern auch gesundheitsschädlich. Wenn das Material mit säurehaltigen oder salzigen Speisen in Berührung kommt, lösen sich Aluminiumpartikel aus der Folie, welche ins Essen übergehen können. Beim Menschen begünstigt das beispielsweise die Entwicklung von Demenz. Deswegen empfehle ich wärmstens, auf Alufolie komplett zu verzichten. Zum Abdecken von Gebäck im Backofen kannst du stattdessen den Boden einer anderen Springform verwenden, ein anderes Backblech über das Backgut legen oder die Ofeneinstellungen variieren. Um Reste sauber zu verpacken, eignen sich luftdicht verschließbare Boxen besser als Alufolie! Auch Wachstücher kann man dazu verwenden, wenn das Gebäck nicht mehr heiß ist.

  1. Ohne Backpapier – fetten und mehlen oder Silikon

Weglassen: Backpapier

Alternative: Backform, fetten und mehlen, Silikonbackmatte

Backpapier gehört ebenfalls zu den Utensilien, die beim Backvorgang selbst den meisten Abfall verursachen, auf die man aber ganz leicht verzichten kann. Für pikante Gerichte verwende ich lieber Backformen z.B. Kasserolen aus hitzebeständigem Glas oder Email. So backe ich zum Beispiel mein Ofengemüse. Statt ein Blech mit Backpapier auszulegen, kann man es aber auch ganz einfach mit Öl auspinseln und mit Mehl beliebiger Art ausstreuen. Nur für sehr empfindliche Backwaren wie z.B. Macarons macht es Sinn, eine Dauerbackmatte z.B. aus Silikon zu kaufen.

  1. Ohne Papierförmchen

Weglassen: Papierförmchen

Muffins kann man auch ohne Papierförmchen direkt im Muffinblech backen. Wenn man dieses gut ausfettet oder bemehlt, ist es gar kein Problem, die Muffins hinterher wieder aus dem Blech zu bekommen und abfallfrei zu genießen!

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  1. Ohne Kerzen und Plastikdeko – suche kreativ nach Alternativen!

Gerade beim Geburtstagskuchen wollen viele auf Kerzen oder Sternspritzer nicht verzichten. Doch Wunderkerzen enthalten Chemikalien, die beim Brennvorgang freiwerden und auf dem Kuchen landen. Dazu zählt etwa Bariumnitrat, welches vom Körper nur schwer wieder abgebaut werden kann [2]. Kerzen bestehen meist aus Paraffin, hergestellt aus Erdöl. Kerzen aus pflanzlichem Wachs oder Bienenwachs wären eine denkbare Alternative. Ich empfehle allerdings, auf die Herkunft zu achten und insbesondere Kerzen aus Palmwachs zu meiden.

Auch die auf den ersten Blick dekorativ erscheinenden Tortenspitzen kosten nur Geld. Verzichte darauf und dekoriere deinen Kuchen lieber mit essbarer Deko. Dann braucht es keine Papierunterlage!

Eine essbare Alternative ist es, den Kuchen etwa mit Marzipandeko oder Deko aus Zuckerpaste zu dekorieren. Das empfiehlt sich allerdings nur, wenn es unter den Tortenessern jemanden gibt, der die Dekoelemente gerne isst. In meiner Familie mag beispielsweise niemand Marzipan oder Fondant, weswegen wir es nicht verwenden. Ich dekoriere Kuchen daher lieber mit frischem Obst, Streuseln oder Nüssen.

Zero Food Waste beim Backen

  1. Kuchen komplett essbar machen! – ohne Fondant oder zu viel Creme

Das Prinzip hier ist dasselbe wie oben: Verwende essbare Dekoelemente nur, wenn sie wirklich jemand isst. Torten mit Fondant und viel Buttercreme sehen zwar wunderschön aus. Auch die vielen Sahnetupfen auf einer Schwarzwälderkirsch sind eine Augenweide. Doch wenn die Gäste die Hälfte der Creme oder Zuckerpaste auf dem Teller zurücklassen, verursacht das unnötigen Abfall.

Überlege bewusst, wie du Kuchen nach dem Backvorgang weiter zubereitest! Oft reicht die Hälfte der Creme, die im Rezept angegeben ist. So vermeidest du unnötigen Lebensmittelabfall und sparst Geld. Die sogenannten „Naked Cakes“ sehen wunderschön aus und ermöglichen es dir, auf Fondant zu verzichten. Und zu einer leckeren Schokolasur hat auch noch nie ein Kind nein gesagt.

  1. Transportieren – nutze eine Kuchenform oder Keksdose

Verwende zum Transport wiederverwendbare Kuchenformen mit Deckel oder Jausenboxen für kleinere Stücke. So kannst du auf andere Verpackungsmaterialien wie Alufolie verzichten. Übrigens: Manche Kuchensorten lassen sich auch problemlos einfrieren – dazu sind passende, luftdicht verschließbare Boxen ebenfalls das Mittel der Wahl. Ich selber friere Kuchen nur selten ein – er ist meist einfach zu schnell weg!

  1. Kuchen- oder Keksreste – mach Dessert draus

Wenn vom Kuchen doch einmal etwas übrigbleibt und du nicht alles zeitgerecht einfrieren konntest, kannst du ihn immer noch verwerten. Kuchenkrümel eignen sich beispielsweise prima für Schichtdesserts oder als Streusel für den nächsten Kuchen! Auch trockene Kekse leben wieder auf, wenn du daraus einen ungebackenen Kuchenboden machst. Dazu gibt es viele Rezepte im Internet. Kuchen- und Keksbrösel eignen sich ebenso für Tiramisu, als Streusel oder Müslizutat.

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Dieser Artikel ist Teil der Linkparty auf einfach.nachhaltig.besser.leben. Schaut euch auch die anderen Artikel an, die dort erschienen sind!

Quellen:

[1] Inspiriert von: https://www.zerowastefamilie.de/Zutaten-zum-m.ue.llfreien-Backen.htm

[2] https://www.alternativ-gesund-leben.de/wunderkerzen-auf-kuchen-und-essen-sind-extrem-schaedlich-und-giftig/

3 Kommentare

  1. Wow, das ist ja eine sehr wertvolle Tipp-Sammlung rund ums Backen! Mit dem Puderzucker hab ich echt was gelernt. Wie oft steht man da und hat keinen mehr? Jetzt weiß ich, dass ich den selbst machen kann. Klappt das auch mit Rohrzucker?
    Danke fürs Teilen bei „einfach. nachhaltig. besser. leben.“
    LG, Marlene

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