PHYSTINE – Edle Zero Waste Naturkosmetik aus dem Bregenzerwald

As this is an Austrian brand, this article will be published in German first.

The next one will be available in English as well, I promise!

Meine Wunschliste beginnt seit Jahren immer mit dem gleichen Satz: Ich wünsche mir ein Wirtschaftssystem, das für uns und unsere kommenden Generationen nachhaltige Entwicklung ermöglicht. Das klingt ziemlich immateriell. Doch mit unternehmerisch nachhaltigen Produkten unter dem Christbaum können wir zu einer nachhaltigeren Welt beitragen und diesem Wunsch ein Stück näherkommen.

Im Bereich der Naturkosmetik hat sich in den letzten Jahren viel getan. Von der Ökonische sind Biokosmetikprodukte bis in die Regale von Drogeriemärkten vorgedrungen. Doch es ist nicht einfach zu beurteilen, welche Produkte wirklich nachhaltig sind und welche lediglich auf den Markt gebracht wurden, um den Trend „Nachhaltigkeit“ zu bedienen. Slogans wie „naturnah“, „aus 50% natürlichen Inhaltsstoffen“ und „frei von…“ verwirren da zusätzlich.

Daher mache ich meine Kosmetik gerne selbst. Das funktioniert manchmal besser und manchmal schlechter. Ich habe beispielsweise schon ganz guten Lippenbalsam hergestellt, doch wie Bea Johnson selbst Mascara macht, erschließt sich mir bis heute nicht vollständig. Zahnputzpulver funktioniert auch ganz gut.

Doch wie stellt man eine Creme her, die nicht nur gut duftet, sondern die Haut auch wirklich pflegt?

Zum Glück muss man auch als Zero Waster nicht alles selbst machen. Denn es gibt immer mehr Unternehmen, die auch auf unsere Bedürfnisse Rücksicht nehmen und für die Nachhaltigkeit mehr ist als ein Schlagwort. Eines davon möchte ich euch heute vorstellen: PHYSTINE.

PHYSTINE – Portrait eines jungen Unternehmens aus dem Bregenzerwald

PHYSTINE wurde 2020 von Clemens Bechter und seiner Frau Lara im Bregenzerwald, einer kleinen Talschaft im Westen Österreichs gegründet. Die beiden wollten natürlich wirksame, nachhaltige und hochwertige Pflegeprodukte herstellen. Aufgrund ihrer Verantwortung als Eltern von 3 Mädchen war ihnen klar, dass sie ihre Produkte verpackungsmüllarm und plastikfrei gestalten wollen. Denn so können sie effektiv dazu beitragen, der nächsten Generation einen lebenswerten Planten zu hinterlassen.

Als sie eines Tages eine halbvolle Tube Sonnencreme beim Wandern fanden und Clemens der viele Plastikmüll auf über 2500m Seehöhe auffiel, geriet das Thema Zero Waste noch weiter in den Fokus und bestärkte die beiden, dass es eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen wird. Seit ihrem Start mit Deodorants und Lippenpflege wächst das Produktangebot stetig. Mittlerweile gibt es vier Produktserien, die Gesichts- und Körperpflege wie Gesichtsseren, Körperöle, Augenessenz etc. einschließen.

Den Namen ihres Unternehmens kombinierten Clemens und Lara Bechter übrigens aus den Worten physis (griechisch: Natur, Körper) und pristine (englisch: unberührt, ursprünglich, rein). Wie wird die Marke diesem Anspruch gerecht?

Verschiedene Elemente der Nachhaltigkeit bei PHYSTINE

  1. Produkte, die das natürliche Gleichgewicht unserer Haut unterstützen

Nachhaltigkeit allein ist nicht genug: PHYSTINE bietet Produkte an, die unsere Haut wieder in ihr natürliches Gleichgewicht bringen. Jede/r kennt sicherlich den Labello-Effekt. Wer häufig Lippenbalsam anwendet, muss immer mehr davon nehmen, da die Lippen quasi verlernen, von selbst ausreichend Talg zu produzieren. PHYSTINE möchte dies vermeiden und Produkte anbieten, die der Haut auf harmonische Weise wieder ihr natürliches Gleichgewicht zurückgeben. Daher sind die vier Produktserien auf verschiedene Bedürfnisse abgestimmt:

Körperpflegeprodukte von PHYSTINE – alle Serien

No.1 Zypresse-Bergamotte wurde zuerst entwickelt, wirkt belebend und hautstraffend

Produkte: Deo, Körperöl

No.2 Orange-Minze eignet sich für trockene & normale Haut

Produkte: Deo, Körperöl, Gesichtsserum, Lippenbalsam.

No.3 Granatapfel-Sanddorn eignet sich sowohl für reife als auch für unreine Haut

Produkte: Gesichtsserum.

No.4 Kaktusfeige-Astaxanthin wurde als Jungbrunnen für alle Hauttypen entwickelt

Produkte: Augenessenz

2. Wissenschaftliche Erkenntnisse

Forschung zur Wirksamkeit natürlicher Inhaltsstoffe leiten PHYSTINE bei der Entwicklung neuer Rezepturen. Damit alle Inhaltsstoffe ihre Wirkung optimal entfalten können, werden die Produkte in Handarbeit gefertigt und möglichst wenigen, schonenden Verarbeitungsschritten ausgesetzt. Wirkstoffe werden miteinander kombiniert, damit sie auch die tieferen Hautschichten erreichen und so ihren Mehrwert entfalten! Zum Beispiel unterstützt die Verwendung von Wirkstoffen aus der Kaktusfeige in No.4 die Verjüngung der Haut und schützt vor UV-Schäden. Pflegende Nährstoffe aus Sanddorn werden durch eine ausgesuchte Kombination von Ölen auch in tiefere Hautschichten transportiert Zudem enthält Sanddornöl alle fettlöslichen Vitamine sowie besonders viel Vitamin A und E. Letzteres ist besonders wichtig für eine gesunde, widerstandsfähige Haut.

3. Bewusst ausgewählte Inhaltsstoffe aus biologischem und fairem Anbau

Der Löwenanteil der verwendeten Inhaltsstoffe stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, wie auch auf der Verpackung ausgeschildert ist. Ausnahmen gibt es lediglich für kleine landwirtschaftliche Kooperativen, die (noch) nicht biozertifiziert sind. Durch persönlichen Kontakt und Pestizidanalysen garantiert das Unternehmen auch hier, dass die Produkte frei von Rückständen sind.

Nicht nur auf biologischen, sondern auf fairen Bezug der Inhaltsstoffe legen die Gründer großen Wert: So stammt beispielsweise die Sheabutter aus einer Kooperative, zu der sie persönlich Kontakt halten. Sheabutter wird bei PHYSTINE in unraffinierter Form verwendet. So bleiben natürliche Wirkstoffe besser erhalten und können ihre Wirkung auch im fertigen Produkt entfalten. Zudem trägt die Sheabutter zur Konsistenz bei und hat einen leicht UV-schützenden Effekt, was ich besonders bei der Lippenpflege sehr schätze.

Auch ansonsten bleiben die INCI – die Inhaltsstoffe, die auf der Packung ausgeschildert sind – überschaubar und verständlich: Neben einer ausgesuchten Kombination verschiedener Öle und Fette enthalten die Produkte vor allem Frucht- und Kräuterextrakte. Zugesetzte Konservierungsstoffe, PEG und synthetische Farbstoffe sucht man hier vergebens – nichts soll vom natürlichen Duft und der regulierenden Wirkung ablenken. Zudem sind die Produkte vegan und tierversuchsfrei.

4. Zero Waste Approach

Das die Produkte frei von Mikroplastik sind, versteht sich von selbst. Auch wenn Kosmetik nur einen kleinen Teil der weltweiten Mikroplastikverwendung ausmacht, ist es mir wichtig, Mikroplastik und die Verwendung von erdölhaltigen Produkten auch hier zu vermeiden.

Clemens Bechter wollte in punkto Plastikvermeidung noch weitergehen: Wenn die Verpackung eines Produkts in der Natur landet – so wie die Tube Sonnencreme, die er einst am Berg fand – dann soll es sich dort zersetzen und keine bleibenden Schäden anrichten. Daher besteht die Verpackung der verschiedenen Produkte von PHYSTINE aus drei Komponenten: Holz, Glas sowie Papier & Karton.

Die in Papier und Karton verpackten Produkte kommen ohne Kunststoffbeschichtung aus und sind somit vollständig recyclebar. Der Lippenbalsam beispielsweise kommt in dieser Verpackung daher ebenso wie das Deo.

Glas und Holz werden vor allem für die wiederbefüllbaren Produkte verwendet: So besteht beispielsweise die Packung für das Körperöl aus einer Glasflasche und einem Holzdeckel. Dieser wurde von Hand aus Bregenzerwälder Holz gefertigt. Der Deckel wird immer wieder verwendet, die Ersatzflasche kommt mit einem Korkdeckel daher.

Fürs Deo gibt es einen drehbaren Holzstick aus Ahornholz, der sogar personalisiert werden kann. Die Refill-Packung wird hier in Pergaminpapier verpackt, das sich ebenfalls vollständig recyceln lässt.

Ein wichtiger Faktor ist zudem die Langlebigkeit der Produkte: Auch bei täglicher Verwendung reicht beispielsweise das Gesichtsserum No. 3 für 3-4 Monate! Herkömmliche Gesichtscremes sind meiner Erfahrung nach oft viel schneller aufgebraucht und verursachen somit viel mehr Abfall.

Fazit: Auch wenn es herausfordernd ist, Kosmetik Zero Waste anzubieten, haben Clemens und Lara Bechter für PHYSTINE Verpackungen entwickelt, die nicht nur das Produkt schützen, sondern auch den Ansprüchen von Zero Waste und einer Circular Economy gerecht werden! Die Verpackungen sind stetig in Weiterentwicklung, um Ressourcen bewusst einzusetzen und optimal wiederzuverwenden. 

5.Sozialer und regionaler Mehrwert

Mit ihren Produkten wollen Clemens und Lara Bechter auch in der Region Mehrwert schaffen: So wurden die Holzdeckel aus regionalem Holz in Zusammenarbeit mit einer Tischlerei in der Talschaft gefertigt. Menschen, die die sozialpsychiatrischen Dienste des Arbeitskreis für Soziales (AKS) Lingenau in Anspruch nehmen, schleifen und ölen die Holzelemente der Verpackung.

Doch auch beim Bezug der Rohstoffe spielt fairer Handel eine wichtige Rolle: PHYSTINE bezieht beispielsweise verschiedene Öle aus dem Projekt „Jojoba for Namibia Trust“ sowie aus Kooperativen in Ghana. So erhält das Unternehmen transparente Wertschöpfungsketten und schafft mit seinen Produkten auch einen sozialen Mehrwert.

Meine Erfahrung mit PHYSTINE

Da meine Haut gerade bei kaltem Wetter und viel Fahrradfahren zu Trockenheit und Unreinheiten am Kinn neigt, habe ich das Gesichtsserum No.3 ausprobiert. Die Wirkung ist verblüffend: Schon nach wenigen Anwendungen verbesserten sich Unreinheiten sichtbar. Das Serum duftet sehr mild nach Sanddorn und Granatapfel. Die Farbe des Serums erscheint überraschend orange: Das zeigt die Naturbelassenheit der verwendeten Öle und ist somit ein Qualitätsmerkmal, das ich so noch bei keiner anderen Kosmetikmarke erlebt habe!

Der Duft und die dezent-orange Farbe sind das Erste, was mir beim Lippenbalsam No.2 ins Auge fällt. Der Balsam lässt sich leicht auftragen und ist sehr ergiebig. Er pflegt die Lippen, ohne sie abhängig zu machen. Obwohl ich meist nur abends auftrage, bemerke ich, dass meine Lippen spürbar geschmeidiger werden. Sie sind nicht mehr so spröde und rissig, wie es im Winter bei mir öfters der Fall war. Anstatt auf der Oberfläche der Lippen zu bleiben, zieht der Balsam schnell ein. Besonders gefällt mir zudem, dass diese Lippenpflege ebenfalls mit rein pflanzlichen Inhaltsstoffen auskommt.

Der richtige Lippenbalsam ist gerade im Winter wichtig! Einem spontanen Selfie konnte ich nicht widerstehen 😉

Wenn ihr also noch keine Weihnachtsgeschenke habt, kann ich euch nur empfehlen: Schaut euch mal im Onlineshop um!

Wie hat euch dieses Unternehmensportrait gefallen? Habt ihr noch weitere Fragen an PHYSTINE? Und gibt es noch Produkte, die ihr vermisst? Ich freue mich über eure Kommentare und Nachrichten.

In meinem nächsten Artikel dreht sich alles um eine Frucht, die ebenfalls von innen heraus verjüngt – die jedoch ökologisch stark in Verruf geraten ist. Was steckt dahinter und wie können wir sie trotzdem nachhaltig konsumieren und verwenden? Es bleibt spannend 😊 Bis bald und liebe Grüße!

Quellen & Infos zum Weiterlesen:

Gespräch mit Clemens Bechter, PHYSTINE

https://www.namibian.com.na/195426/archive-read/Erongo-jojoba-oil-project-for-German-cosmetics

https://www.medizinpopulaer.at/archiv/koerperpflege-kosmetik/details/article/schoen-fruchtig.html

https://www.lingenau.at/soziales/sonstiges/aks/

https://www.harpersbazaar.de/beauty/astaxanthin-haut-falten-anti-aging-trend

https://www.weleda.de/magazin/schoenheit/wunderpflanze-feigenkaktus

Fotos:

Berg im Bregenzerwald – von Nora Fröhlich

Produktsortiment & Lippenbalsam – von Emanuel Sutterlüty

Coverphoto und Portrait – von mir

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