Containering

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Mit bloßen Händen in einer Mülltonne zu wühlen und das Gefundene nachher zu essen…

Es klingt nicht lecker, davon zu lesen. Als ich das erste Mal davon hörte, dachte ich, es suchen sich nur ganz besonders verrückte oder geizige Menschen ihr Essen aus dem Müll. Umso besser, dass ich es im Frühjahr 2016 selbst ausprobiert habe und es liebe!

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Was wird heute wohl drin sein?

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Viel!

Warum sage ich nicht Dumpster Diving?

Ich finde, dieser Begriff klingt sehr unelegant. Außerdem entspricht es nicht ganz der Wahrheit: Beim Containern taucht man nämlich nicht in Mülltonnen. Man greift mit der Hand hinein und nimmt, was man braucht. Mein Stammsupermarkt lässt die Sachen, die er wegwirft, oft sogar in Kisten neben den Mülltonnen stehen. Denn diese sind oft schon zu voll.

Insgesamt ist Containern keine schmutzige, anrüchige oder semilegale Tätigkeit. In Österreich und der Schweiz kannst du legal containern, solange du dabei nicht einbrichst und dabei keine Sachbeschädigung betreibst. In Deutschland ist Containern leider illegalisiert – Aktivisten hoffen jedoch, dass sich die Gesetzgebung zu ihren Gunsten ändert. Ansonsten sieht die Container bzw. Lebensmittelrettungsszene in jedem Land etwas anders aus. Informiere dich einfach über die lokalen Gegebenheiten – und schreib mir, wenn dir etwas besonders spannendes auffällt!

Warum gehe ich Containern?

Containern gehe ich aus ideellen Motiven: M.E. ist es ethisch falsch, genießbare Nahrungsmittel wegzuwerfen. Unser Nahrungsmittelsystem erzeugt einerseits extreme Überschüsse und anderorts verhungern Menschen. Containern löst das Problem zwar nicht sofort. Wenn ich jedoch Obst und Gemüse containere, statt es zu kaufen, gebe ich überschusserzeugenden Geschäften kein Geld für ihre Tätigkeit. Dieses stecke ich lieber in kleine, nachhaltige Strukturen wie z.B. Unverpacktläden, die Food Waste bewusst vermeiden und nachhaltiger arbeiten.

Wenn mehr Menschen containern bzw. nachhaltig einkaufen, können wir die Nachfrage verändern und so wieder zu einem bewussten, vernünftigen und sinnvollen Umgang mit Nahrungsmitteln finden.

In meiner Gegend wussten zu dieser Zeit noch kaum Menschen vom Containern. Ich wollte das ändern und dies war mit eine Motivation, diesen Blog sowie die Kolumne „Waste’s End“, die monatlich in der Vorarlberger Straßenzeitung „marie“ erscheint, zu schreiben.

So möchte ich auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen und dazu beitragen, das Bewusstsein für Lebensmittel zu ändern.

Wenn du die Möglichkeit hast, kann ich dir nur empfehlen: Such dir einen Supermarkt in deiner Nähe, probiere Containern selbst einmal aus und erzähle davon!

Vielleicht gibt es in deiner Umgebung auch andere Möglichkeiten, Lebensmittel zu retten. Beispielsweise geben Bio-Bauernhöfe „unförmige“ Karotten, Restaurants das Essen vom Vorabend oder Hotels ihre Buffets bereits manchmal an „Foodsaver“ (Lebensmittelretter) ab. Diese haben sich in vielen Städten bereits zu Gruppen zusammengeschlossen. Informiere dich über die Aktivitäten in deiner Region und vernetze dich mit bestehenden Gruppen!

Auf Instagram zeige ich dir, was ich beim Containern und Lebensmittelretten so finde und was ich darauf zubereite. Auch hier kann ich dir das Schlagwort „recipes“ wärmstens empfehlen. Oft komme ich einfach mit Obst und Gemüse nach Hause, das verarbeitet werden will. So werde ich dazu inspiriert, neue Rezepte und Konzepte für dich zu kreieren!