Zero Waste

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Zero Waste ist mehr als nur Plastiksäcke durch Jutetaschen ersetzen. Das obige Bild zeigt, wie vielfältig Alternativen zu Wegwerfprodukten aussehen können.

In folgendem Text möchte ich dir von den Grundsätzen und Gedanken hinter Zero Waste erzählen.

  1. Was ist Zero Waste?

  2. Warum Zero Waste?

  3. Zero Waste mit System

    1. Was ist Zero Waste?

    Im Wort Waste steckt mehr als Müll. Wenn du Waste übersetzt, findest du auch die Bedeutungen Ausschuss und Verschwendung.

    Bei Zero Waste ist das langfristige Ziel, die Produktion von Müll, egal ob es sich um Lebensmittel oder andere Produkte handelt, zu vermeiden. Außerdem möchten Menschen, die nach Zero Waste leben, Verschwendung vermeiden und setzen dafür auf hochwertige, langlebige und letztlich biologisch abbaubare Produkte.

    Ich interpretiere es für mich so, dass zunächst jeder in seinem eigenen Leben viel zur Müllreduzierung und zu bewusstem Konsum beitragen kann, auch wenn ihm das volle „Zero Waste“ schwer erscheint.

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Bis du diese Müllsäcke weglassen kannst, mag es dauern. Aber wenn du immer einen kleinen Schritt weitergehst, kannst du deinen Müll sehr stark reduzieren.

Es ist leichter als gedacht, wenn du anfangs kleine Schritte gehst, immer mehr Müllquellen in deinem Leben identifizierst und sie umgehst.

In den letzten Jahrzehnten vollzog unsere industrialisierte Welt große technologische Sprünge. Es werden mehr Menschen, mehr Optionen, das Bruttoinlandprodukt steigt, Wirtschaftsexperten predigen immerwährendes Wachstum.

Klar, dass auch die Mengen unseres produzierten Mülls ansteigen: Die Anzahl an Menschen nimmt zu. In Europa ist die Menge des produzierten Mülls pro Kopf dennoch seit jüngster Zeit rückläufig:  In Österreich sank die produzierte Müllmenge von Siedlungsabfällen leicht pro Kopf und Jahr von 562 kg (2010) auf 650 kg (2015) [1].  Im EU-28-Durchschnitt waren es 504 kg Müll (2010) und 476 kg (2015).

Diesen positiven Trend kannst du weiter beschleunigen! Wir haben das Potential, die Müllproduktion drastisch zu reduzieren.

2. Warum Zero Waste?

„Aber das wird doch eh getrennt und recycelt“, höre ich oft, wenn ich dafür werbe, weniger Müll zu produzieren.

Warum solltest denn gerade du deinen Müll reduzieren?

Alles, was du in den Müll wirfst, verbraucht Ressourcen. Egal, ob es sich dabei um Nahrungsmittel, Drucker, Möbelstücke oder Kleidung handelt: Es muss produziert werden, es wird verpackt, transportiert, versendet, verkauft. Dahinter steckt ein enormer Verbrauch an elektrischer Energie, CO², den jeweiligen Rohstoffen und virtuellem Wasser.

Mit Zero Waste durchbrichst du diesen Kreislauf. Du verzichtest auf den alltäglichen Müll, wie Plastiksäcke, etc. und dämmst die Produktion von gelegentlich anfallendem Müll wie Kleidung, Möbel, etc. ein. Du sparst damit Ressourcen und schonst die Umwelt, mit weniger Verzicht und simpler, als es irgendein anderer Ernährungs- oder Lifestyletrend bewirkt.

Viele Menschen, denen ich von Zero Waste erzählt habe, sagten zu mir: “Das ist ja super,  aber ich kann es nicht umsetzen.“ Ich sage nicht, dass es für Dich gleich einfach ist wie für jeden anderen. Vielleicht wohnst du auf dem Land und hast schlechteren Zugang zu Unverpackt-Läden. Vielleicht hast du mit deinen Kindern schon im Alltag viel um die Ohren.

Ich finde es eine gute Idee, wenn du einfach mal beginnst, anstatt über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit dieses Konzepts nachzudenken. Du tust dir und der Umwelt bereits einen Gefallen, wenn du heute einen Tipp umsetzen kannst. Pick dir einen Bereich heraus, in dem du das Gefühl hast, hier kannst du einfach Änderungen mit einem großen Einfluss erwirken. Es lohnt sich!

Unter Zero Waste bei dir zu Hause findest du weitere Informationen und geplant (Inhalte folgen) bald auch einen 30-Tage-Plan für eine grundlegende, machbare Umsetzung!

Siehe auch: die Top 10 Vorteile für Zero Waster, die es getrennt sowohl privat für dich als auch für die gesamte Welt gibt. (Inhalte folgen)

3. Zero-Waste mit System

„Plastik, Dosen, Glas und Gift

Weils oft nicht zu vermeiden ist

Auch Altpapier und Biomüll

Wir kennen, benennen, wir trennen unsern Müll.“ [2]

Dieses Volksschullied drückt ganz banal das Denken einer Gesellschaft aus, die Müll als unvermeidbare Notwendigkeit ansieht und das Mülltrennen als einzige geeignete Lösung propagiert. Zero Waste möchte dir eine erweiterte Sicht auf die Thematik des Mülls aufzeigen.

Zero Waste baut auf dem 5 Stufen Modell (siehe[3]) als Übersichtsrahmen zum Umgang mit Müll.

Refuse – Reduce – Reuse – Recycle – Rot [3]

Lass den Müll weg – reduziere das, was du nicht weglassen kannst – benutze Gegenstände, die für dich unverzichtbar sind, solange wie möglich – recycle das, was du weder ablehnen noch reduzieren noch länger verwenden kannst bzw. kompostiere es, wenn es sich um biologisch abbaubaren Abfall handelt.

Das Kinderlied aus der Einleitung fokussiert sich somit, wie die meisten bekannten Lösungen für Probleme mit Müll, auf Mülltrennung und „Recycling“. Es wird vollständig außer Acht gelassen, dass es oft einfachere Lösungen gibt, die zudem ästhetischer und kostengünstiger sind. Von der Energiebilanz ganz zu schweigen.

In jedem Bereich möchte ich die relevanten Schritte zum Umgang mit Müll ansprechen. Wichtig ist es, dass du dich der Reihenfolge bewusst machst: An erster Stelle steht „Refuse“. Lehne Müll ab, und suche Alternativen, die ohne Müll auskommen. Das, was du nicht mit „Refuse“ lösen kannst, bearbeitest du mit den anderen Schritten.

#zerowaste

[1] http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/submitViewTableAction.do

[2] Kern, Kern, Maierhofer (2005). Sim-Sala-Sing. S.32

[3] Johnson, Bea (2013). Glücklich leben ohne Müll. Ludwig Verlag. S.23