Zero Waste mit System

„Plastik, Dosen, Glas und Gift

Weils oft nicht zu vermeiden ist

Auch Altpapier und Biomüll

Wir kennen, benennen, wir trennen unsern Müll.“ (Quelle Musikbuch Volksschule)

Dieses Volksschullied drückt ganz banal das Denken einer Gesellschaft aus, die Müll als unvermeidbare Notwendigkeit ansieht und das Trennen desselbigen als einzige geeignete Lösung propagiert. Zero Waste möchte dir eine erweiterte Sicht auf die Thematik des Mülls zeigen.

Zero Waste baut auf dem 5 Stufen Modell als Übersichtsrahmen zum Umgang mit Müll.

Refuse – Reduce – Reuse – Recycle – Rot [1]

Lass den Müll weg – reduziere das, was du nicht weglassen kannst – benutze Gegenstände, die für dich unverzichtbar sind, solange wie möglich – recycle das, was du weder ablehnen noch reduzieren noch länger verwenden kannst ODER kompostiere es, wenn es sich um biologisch abbaubaren Abfall handelt.

Das Kinderlied aus der Einleitung fokussiert sich somit, wie die meisten bekannten Lösungen für Probleme mit Müll, auf Mülltrennung und „Recycling“. Es wird vollständig außer Acht gelassen, dass es oft einfachere Lösungen gibt, die zudem ästhetischer und kostengünstiger sind.

Ich schreibe in jedem Bereich über alle 5 Schritte des Umgangs mit Müll. Wichtig ist es, dass du dich der Reihenfolge bewusst machst: An erster Stelle steht „Refuse“. Lehne Müll ab, und suche Alternativen, die ohne Müll auskommen. Das, was du nicht mit „Refuse“ lösen kannst, bearbeitest du mit den anderen Schritten.

Dein Start als Zero Waster/in

Ein „moderner“ Mensch produziert jeden Tag Abfall. Beim bewussten Betrachten der Abfallmenge wirst du dich vielleicht fragen: Was soll ich da machen? Du könntest überall anfangen.

Ich empfehle dir, auch wenn du sofort beginnen möchtest: Analysiere deinen Abfall der letzten Tage lang ganz bewusst. Schreibe dir auch auf, was du unterwegs konsumierst und wegwirfst.

Ich empfehle dir, den Fokus bei der Müllreduktion auf 4 Blickpunkte zu setzen:

  1. Welche Produkte kannst du leicht entbehren?
  2. Wo erzeugst du den größten Müll?
  3. Wo findest du unansehnliche, störende Müllquellen?

 

Mit den Schritten 1 und 2 findest du Müllquellen, die für dich einfach wegzulassen ist und mit denen du viel Müll weglassen kannst.

Schritt 3 hilft dir außerdem, dein Leben ästhetischer zu gestalten. Müll erzeugende Einwegartikel wirken billig und unattraktiv. So beschloss ich, auf Essen unterwegs komplett zu verzichten. Wenn ich mir ein Brötchen kaufe, lehne ich die obligatorische Serviette und den Papiersack stets ab. Für mich wirkt das Essen ohne Einwegartikel hochwertiger. Vergleiche einen Tisch in einem Schnellrestaurant mit einem festlich gedeckten Tisch zuhause oder in einem noblen Gasthaus. Statt Plastiktabletts, Papierservietten und fettigen Burgerschachteln erwarten dich edles Porzellan, schwere Stoffservietten und eine weiße Tischdecke. Für mich ist ein Mahl in einem solch ästhetischen Ambiente ein viel größerer Genuss als auf schnelle und billige Art.

Anstatt dir die obigen 3 Fragen zu stellen, kannst du auch nach Themen geordnet beginnen. Ich schlage dir vor, in der Küche zu starten bzw. unterwegs und im Restaurant, wenn du viel auswärts isst. Gerade in diesem Bereich entsteht m.E. besonders viel einfach vermeidbarer Müll. Dann arbeitest du dich Schritt für Schritt zu weiteren Themengebieten vor.

Du musst dein ganzes Leben nicht von Anfang an umkrempeln. Darfst du aber! Doch wenn du dich dafür noch nicht bereit fühlst, beginn mit kleinen Schritten.  Bleibe immer in Bewegung.

[1] Johnson, Bea (2013). Glücklich leben ohne Müll. Ludwig Verlag. S.23